Hängepartie mit Sousafon

von Redaktion / THQ

Sousafon (Symbolfoto) Quelle: flic.kr/tazphotos, CCBYSA 2.0, heil.se/ccbysa20

Der Kadettenjahrgang 1930–31 in New York war stolz darauf, eine reine Frauen-Brassband vorweisen zu können. Ruth Aitken war ihre Sousafonistin und musizierte besonders dann mit großer Leidenschaft, wenn sie hinter der Evangeliumsfahne durch die Straßen marschierte.

Sie ging ganz rechts in der Marschordnung, hinter den Fahnen und Mitarbeitern der Offiziersschule, und konzentrierte sich ganz bewusst auf die Noten, um nur ja jeden Ton möglichst präzise und genau zu spielen, als hinge das Fortschreiten der Sache Christi ganz alleine von ihr ab.

So marschierte sie eines Abends die West 14th Street entlang in Richtung der U-Bahn-Station 8th Avenue. Plötzlich, ganz ohne Vorwarnung, verschwand sie von der Bildfläche. Irgendjemand hatte auf dieser reparaturbedürftigen New Yorker Straße einen Gullydeckel entfernt. Erstaunlicherweise gingen diejenigen, die vor ihr marschierten, und diejenigen, die folgten, einfach um das klaffende Loch herum, anscheinend mehr darauf bedacht, ihre Pflicht zu erfüllen, als Kadettin Aitken zu retten.

Majorin Helen Purviance vom Personal der Offiziersschule sowie ein Zuschauer fanden sie, wie sie sich verzweifelt an ihr Sousafon klammerte. Der große Trichter des Instruments war über der Erde geblieben und bewahrte sie davor, in den Hudson River gespült zu werden. Sie brauchte einen neuen Mantel und eine neue Brille, ansonsten war die begeisterte Sousafonistin unverletzt.

 

Übersetzt und zusammengefasst aus:

Will Pratt
„A Funny Thing Happened On … The Way“
WinePress Publishing, Mukilteo, 1996
S. 15–16

 

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