von Leitungsbüro THQ

Wir brauchen ein neues Pfingsten

Seelsorgebrief Pfingsten 2026

Liebe Freunde in Christus,

wir senden euch diesen Brief zu Pfingsten – dem jährlichen Fest der Geburt der christlichen Kirche. Lukas beschreibt in Apostelgeschichte 2,1–4 (NLB), was an diesem erstaunlichen Tag geschah:

„Am Pfingsttag waren alle versammelt. Plötzlich ertönte vom Himmel ein Brausen wie das Rauschen eines mächtigen Sturms und erfüllte das Haus, in dem sie versammelt waren. Dann erschien etwas, das aussah wie Flammen, die sich zerteilten, wie Feuerzungen, die sich auf jeden Einzelnen von ihnen niederließen.“

Bevor Jesus in den Himmel auffuhr, hatte er seinen Jüngern gesagt, sie sollten in Jerusalem auf das Kommen des Heiligen Geistes warten (Apostelgeschichte 1, 4). Sie hatten etwa zehn Tage gewartet. Einige von ihnen waren wahrscheinlich ungeduldig geworden. Ich frage mich, ob manche anfingen zu zweifeln. Doch sie waren alle an einem Ort versammelt. Sie taten, was Jesus ihnen geboten hatte – und sie wurden nicht enttäuscht!

Feuerzungen ruhten auf jedem von ihnen. Sie wurden vom Heiligen Geist erfüllt. Sie konnten in anderen Sprachen reden, wie der Heilige Geist es ihnen ermöglichte. Diese Männer und Frauen wurden befähigt, die ganze Welt zu verändern, inspiriert vom Evangelium Jesu Christi.

Wow – was für unglaubliche Szene. Es wäre wunderbar, wenn wir in all unseren Korps und Einrichtungen ein weiteres Pfingsten erleben könnten. Wie General William Booth in einem berühmten Lied schrieb: „Wir brauchen ein weiteres Pfingsten. Sende das Feuer heute!“

Natürlich kann es nur eine Geburtsstunde der Kirche geben, aber derselbe Heilige Geist steht uns auch heute noch zur Verfügung. Pfingsten ist eine wichtige Gelegenheit, um zu prüfen, ob wir noch immer für Gott brennen. Oder schwindet die Flamme? Wir sollten uns nicht wundern, wenn unser Feuer mit der Zeit nachlässt. Wenn Feuer brennt, entsteht Asche. Die Asche muss regelmäßig weggeblasen werden, damit das Feuer wieder hell lodern kann. Paulus gab diesen Rat in 2. Timotheus 1,6–7 (NLB)

„Deshalb ermutige ich dich dazu, die geistliche Gabe wirken zu lassen, die Gott dir schenkte, als ich dir die Hände auflegte. Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Furcht gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“

Wenn wir aufgrund eines Mangels an Kraft, Liebe oder Selbstbeherrschung zu kämpfen haben, sollten wir uns nach einer Erneuerung durch den Heiligen Geist sehnen. Gott kann uns helfen, die Asche wegzufegen und die Kraft des Heiligen Geistes wieder zu entfachen.

Kommandeur Samuel Brengle, vor etwa hundert Jahren ein bedeutender Heiligungslehrer in der Heilsarmee, erklärte das Problem auf andere Weise. Er warnte davor, dass Liebe entweichen kann. Wie Luft aus einem Reifen oder Ballon kann auch die Liebe des Heiligen Geistes entweichen, wenn wir die Unebenheiten und Schläge des Lebens erleben. Wir werden nicht nur einmal vom Heiligen Geist erfüllt – wir müssen immer wieder neu erfüllt werden. Brengle schrieb 1930 diese herausfordernden warnenden Worte an die Heilsarmee:

„Die Heilsarmee ist so gründlich organisiert und diszipliniert, so fest in das Leben der Nationen eingebunden, so mit wertvollem Besitz gestärkt und auf einer so soliden finanziellen Basis, dass sie als Organisation wohl nicht untergehen wird, aber sie wird zu einem geistlich toten Gebilde werden, wenn die Liebe entweicht. Liebe ist das Leben der Heilsarmee. „Wenn wir einander lieben, dann bleibt Gott in uns, und seine Liebe kommt in uns zur Vollendung.“ (1. Joh. 4,12).

Doch wenn die Liebe schwindet, werden wir unsere Krone verlieren; wir werden einen Namen haben, um zu leben, und doch tot sein. Wir mögen weiterhin Obdachlose beherbergen, den Hungrigen Essen austeilen und unsere Routinearbeit gewissenhaft verrichten, doch das mächtige Wirken des Geistes wird nicht länger unser Ruhm sein. Unsere Musiker werden perfekt spielen, unsere Sänger werden sich an der Kunstfertigkeit des Gesangs erfreuen, der das Ohr kitzelt, doch das Herz kalt und hart lässt.“

Brengles Worte treffen auf die Heilsarmee von heute zu. Eirwen und ich nahmen kürzlich an der Internationalen Leiterkonferenz der Heilsarmee in Nairobi teil. Mehr als 130 Territoriale Leiter und Kommandeure vom Internationalen Hauptquartier trafen sich mit dem General eine Woche lang, um die Herausforderungen zu besprechen, denen sich die Heilsarmee gegenübersieht. Eine Sitzung wurde von Kommandeur Henrik Andersen (Territorialleiter in der Schweiz) und mir, Oberst Dean Pallant, geleitet und befasste sich mit dem Zustand der Korps.

Es gibt erhebliche Bedenken hinsichtlich der Gesundheit der Korps der Heilsarmee weltweit. Heute gibt es weltweit mehr als 2.200 Korps weniger als noch im Jahr 1965. Einige Korps haben Mühe, sich von der COVID-Pandemie zu erholen. Die Konferenz kam überein, dass die Gesundheit der Korps für die nächsten fünf Jahre eine internationale Priorität sein muss. Gott benötigt Menschen in den Korps und Einrichtungen, die vom Heiligen Geist erfüllt sind.

Jeder, der mit unserer Heilsarmee in Deutschland, Litauen und Polen verbunden ist, kann dazu beitragen, dass wir gesund sind und wachsen. Wenn Christen vom Heiligen Geist erfüllt sind, werden die Korps und die Gottesdienstgemeinschaften in unseren Sozialen Einrichtungen gesund sein und wachsen. Menschen, die vom Heiligen Geist erfüllt sind, bringen die Frucht des Geistes hervor – Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbst-beherrschung (Galater 5,22-23). Gemeinschaften, die von dieser Frucht erfüllt sind, sind sehr attraktiv, und die Menschen werden sich uns anschließen wollen. Christen, die ständig murren, klagen und kritisieren, sind nicht gesund und behindern das Wirken des Heiligen Geistes.

An diesem Pfingstfest beten wir um eine Ausgießung des Heiligen Geistes über Deutschland, Litauen und Polen. Mögen wir Zeit miteinander verbringen, auf die Verheißungen Gottes vertrauen und bereit sein, uns heute, morgen und in Zukunft in der Kraft des Heiligen Geistes verändern zu lassen.

In Christus verbunden

Oberste Dean und Eirwen Pallant

Territoriale Leiter
Deutschland, Litauen und Polen

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