Wem bin ich eigentlich nahe?

„… und deinen Nächsten wie dich selbst.“ (Lukas 10,27)

von Claudia Klingbeil / Kinder-, Jugend- & Familienzentrum Chemnitz

Neulich hörte ich es wieder, dass ich meinen Nächsten lieben soll. Damit war ein Aufruf gemeint, den Menschen, um mich herum mit Liebe zu begegnen, so wie sich das schließlich für einen demütigen Christen gehört. Ich seufze in mich hinein… wieder etwas was ich tun muss, bzw. zu erbringen habe. Nicht dass ich meine Mitmenschen nicht liebe, aber wie mich selbst? Ist das überhaupt möglich? Und überhaupt wer ist denn mein Nächster? Wem bin ich wirklich nahe, damit er mir zum Nächsten wird?

Genau diese Frage stellen auch die Jünger, da sie nicht verstehen, was Jesus meint. Jesus antwortet den Jüngern, indem er das Gleichnis vom Barmherzigen Samariter erzählt. Ich lasse mich erneut mit hinein nehmen in diese Begebenheit und staune darüber, dass Jesus wie immer so herzlich anders ist als mein Verstand es fassen kann.

In diesem Gleichnis wird mir der Barmherzige Samariter als der Nächste vorgestellt und ich ertappe mich bei dem Gedanken dieser Samariter in Bezug auf meinen Nächsten sein zu müssen. Dann schaue ich genauer hin und merke, dass der Nächste der ist, der hilft und nicht der dem geholfen wird.

Kann es sein, dass ich eigentlich die Hilfe brauche? Bin ich diejenige, die unter die Räuber gefallen ist? Mir wird klar, dass ich meine zu viel aus eigener Kraft tun zu müssen. Aber ich bin doch nicht der Samariter! Ich bin eher die, die Hilfe braucht und die den Nächsten von Herzen braucht. Es geht hier nicht um mein Tun, sondern um mein Sein. Es geht um das, was ich in Gottes Augen bin. Was wäre aus dem geworden, der unter die Räuber gefallen ist, wenn der Samariter ihm nicht geholfen hätte?

Ich denke um und mein Herz merkt und begreift: Ich brauche den Nächsten und nicht der Nächste braucht mich. Jesus ist dieser Samariter und er sagt mir durch dieses Gleichnis: Ich bin deinem Herzen am allernächsten. Ich bin dir ganz ganz nahe. Ich komme dir zu Hilfe. Ich heile deine Wunden. Ich sorge für dich und ich lasse dich nicht allein. Ja sogar: Ich komme wieder

Erleichterung durchströmt mein Herz: „Ich brauche Jesus – er ist mein Nächster. Er ist mir am allernächsten, da er meinem Herzen ganz nahe ist.“

Die Frage, die jetzt noch offen bleibt ist: „Wem bin ich eigentlich nahe?“

Ich lade dich und mich ein, dass wir die Nähe von Jesus zulassen und ihn genauso lieben wie uns selbst. Damit ist das ganze Gesetz Gottes erfüllt. In der Nähe zu Jesus liegt die Heilung. Und Jesus ist mir durch seinen Tod am Kreuz ganz nahe gekommen; er ist mir sogar näher als ich mir selbst. Seine Nähe steht außer Frage: Er ist mein Nächster.

Mein Herz freut sich und entscheidet sich: Diesem Jesus will ich von meiner Seite ganz nahe sein.

Und wie sieht es bei dir aus? Wen lässt du ganz nah an dein Herz heran?

Claudia Klingbeil

 

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