Was sollen die Leute an meiner Beerdigung über mich sagen?

von Alfred Preuß / Woran wir glauben

Zurzeit gibt es pandemiebedingt viele Beerdigungen im engsten Kreis. Dabei ist doch eine Trauerfeier für viele Menschen eine wichtige Zeremonie, die für den Trauerprozess eine große Hilfe ist.

Ein Pastor sagte einmal auf einer Trauerfeier: „Er (der Verstorbene) lebte so, dass man auf seiner Beerdigung nicht lügen muss.“

Reinhard Mey singt in seinem Lied „Mein Testament“:

„Euch … hinterlass ich frohen Herzens den Verdruss, dass man von dem frisch Gestorb’nen immer Gutes sagen muss.“

 

Ich mag Reinhard Mey, besonders seine humorvollen Lieder, seine unglaublichen Pointen, die kuriosen Wendungen, die am Ende noch mal alles auf den Kopf stellen, wenn ihn beim Blick auf den Kalender der Schlag trifft, weil heute erst der 12. und Donnerstag ist. Ich mag seine Poesie und seine Liebeslieder:

„Allein, was sich geändert haben mag: Ich lieb dich noch mehr als vor Jahr und Tag.“

 

Nur bei seinen Beerdigungs- und Abschiedsliedern kann ich nicht mit.

Sein Jonglieren zwischen Himmel und Hölle ruft bei mir immer etwas Unbehagen hervor. Er weiß nicht so genau, wohin wir nach dem Tod gehen. Im „Abgesang“ auf einen Verstorbenen ist er zunächst der Meinung, dass dem Verstorbenen die Hölle sicher ist und kommt zur Wende, wenn er am Schluss singt:

„Der Pfarrer konnte heut nicht kommen, er hat ja so wenig Zeit. Da bringt der Teufel halt den Frommen an den Zug zur Ewigkeit. Im Grunde macht dein Tod mich froh, denn noch schlimmer als auf Erden kann's beim besten Willen nicht in der Hölle für dich werden. Und jetzt, wo sie dich begraben, tönt vom Kirchturm her Gebimmel. Alter Freund, mit Hölle ist's nichts: Jede Wette, du kommst in' Himmel!“.

 

Hier stimme ich Reinhard Mey innerlich nicht zu.

Es kommt nicht auf die äußeren Umstände einer Beerdigung oder die Meinung der Leute an. Für mich ist da die Bibel Maßstab. Sie gibt uns klare Hinweise darauf, was es mit dem Leben, dem Sterben und dem Auferstehen auf sich hat. Schließlich glauben wir Christen ja an den „Auferstandenen“, der zu uns sagt:

„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben. Glaubst du das? Sie spricht zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt gekommen ist“, Johannes 11,24-27.

 

Was sollen die Leute an meiner Beerdigung über mich sagen?

Ich weiß nicht, was sie sagen werden, ich wünsche mir, dass sie sagen:

„Er hat zwar sein irdisches Leben vollendet, aber nun ist er am Ziel angekommen und lebt mit Jesus Christus in Ewigkeit.“

Das glaube ich und darum nenne ich den Totensonntag ganz bewusst Ewigkeitssonntag.

 

Alfred Preuß, Major

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