Vom Heilsruf zum Heilsarmee-Magazin

Die Geschichte des Kriegsrufs

von Brunhilde Kiegel / THQ

Die Geschichte der Heilsarmee-Zeitschrift „Der Kriegsruf“ ist eine Geschichte voller Missverständnisse – fordert doch der Name geradezu zum Widerspruch und damit zu fruchtbaren Diskussionen heraus. In vielen Ausgaben wurde daher dieses Statement abgedruckt:

„Wir wollen Frieden! Friedensaufrufe gibt es genug, doch das Böse in der Welt reagiert nicht auf gut gemeinte Aufrufe. Zank und Streit, Angst und Not können nicht mit Ermahnungen bekämpft werden, sondern erfordern einen wirklichen Kampf! Darum ist die Heilsarmee entschlossen, den ‚guten Kampf‘ zu kämpfen und auch andere dazu aufzurufen.“

In der letzten Ausgabe der offiziellen Zeitschrift der Heilsarmee, die in Deutschland seit 2004 den Namen „Heilsarmee-Magazin“ trägt, blicken wir auf ihre bewegte Geschichte zurück.

1868

Die erste eigene Heilsarmee-Zeitschrift ist der „Ostlondoner Evangelist“. 1870 wurde das Blatt in „Christliches Missionsblatt“ umbenannt und 1879 in „Der Salutist“, welcher monatlich erschien.

1879

Umbenennung in „The War Cry“ und wöchentliche Erscheinungsweise. Von der ersten Ausgabe am 26. Dezember 1879 hat eine Auflage von 17 000 Exemplaren.

Februar 1887

Erstausgabe der Zeitschrift „Der Heilsruf“ in Deutschland. Das „Amtliche Organ der Heilsarmee für alle Völker deutscher Sprache“, so der Untertitel, erscheint monatlich und kostet 10 Pfennig.

Um 1889

Jakob Junker und viele weitere bedeutende Heilsarmee-Offiziere lernen über diese Zeitschrift die Heilsarmee kennen. Das Format ist zu dieser Zeit mit 29 cm x 44,5 cm größer als das heutige DIN A3.

Juli 1890

Umbenennung in „Der Kriegsruf“. Die Heilsarmee hat „nur den Wunsch, mit aller unserer Kraft für das Reich Gottes zu kämpfen. (Ausgabe vom 7. Juni 1890)

1893

In den USA erreichen die drei deutschsprachigen Ausgaben des Kriegsrufs Tausende von Auswanderern.

1923

Bedingt durch die vorherrschende Hyperinflation steigt der Preis des Kriegsrufs bis auf 15 Milliarden Mark an. Nach dem Ende der Inflation kann die Zeitschrift wieder für 10 Goldpfennig verkauft werden.

1925

Der Kriegsruf hat eine durchschnittliche Auflage von 50 000 Stück; die Weihnachtsausgabe erreicht mit 83 000 Exemplaren die Rekordzahl aller Ausgaben.

1941

Mit der Pfingstausgabe stellt der Kriegsruf sein Erscheinen vorläufig ein. Bis 1944 gibt es einen wöchentlichen Nachrichtenbrief in Form einer eng mit Schreibmaschine beschriebenen DIN-A4-Seite.

1946

Im Oktober erscheint der erste Ausgabe des Kriegsrufs nach dem Zweiten Weltkrieg. Ab Dezember 1946 wird er wöchentlich aufgelegt, ab Juli 1948 zweimal im Monat und kostet 10 Pfennig.

1946 – 1989

In der sowjetischen Besatzungszone und später in der DDR wird die Heilsarmee verboten, der Kriegsruf darf dort nicht verteilt werden.

1960

In der frühen Nachkriegszeit ist die Redaktion des Kriegsrufs in der Kadettenschule in Herne untergebracht und später in Köln-Junkersdorf.

1977

Ab März erscheint der Kriegsruf zweifarbig (schwarz und eine weitere Farbe), wobei mindestens die Weihnachtsausgabe vollständig in Farbe gehalten ist.

1986

Zum Jubiläum anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Heilsarmee in Deutschland ist in diesem Jahr das Wort „Kriegsruf“ im Titel teilweise in Frakturschrift gehalten, zur Erinnerung an die Anfangsjahre.

2005

Ab der Ausgabe zum 1. Advent wird der Kriegsruf vollständig in Farbe herausgegeben.

2006

Zur Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland erscheint eine themenbezogene deutsch-englische Ausgabe.

2008

Zum 1. Januar wird der Kriegsruf in „Heilsarmee-Magazin“ umbenannt. Das „Heilsarmee-Forum“ wird einmal im Monat als Beilage beigefügt. Bereits vorher war es als Newsletter an Interessierte versendet worden.

2012

Das Heilsarmee-Forum wird zur eigenständigen monatlichen Zeitschrift, jeweils auch mit eigenem Themenschwerpunkt. Das Heilsarmee-Magazin erscheint weiterhin zweiwöchentlich.

2017

Heilsarmee-Magazin und Forum fusionieren zu einer monatlich erscheinenden Mitgliederzeitschrift.

2019

Mit der September-Ausgabe wird das Print-Magazin eingestellt und durch das Online-Portal „Heilsarmee Aktuell“ sowie durch den gleichnamigen E-Mail-Newsletter abgelöst: info.heilsarmee.de

Brunhilde Kiegel

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