Überfallen und doch bewahrt
Leutnantin Silvia Berger fiel einem Überfall zum Opfer. Dennoch fühlt sie sich von Gott behütet und bewahrt. Hier ihr Zeugnis.
„Ich wurde gebeten von einem Erlebnis der besonderen Art und Gottes Handeln zu berichten. Am 14. Februar kam ich abends von unserer Caféarbeit nachhause. Vollbepackt mit Kuchen, der für das Korps Wuppertal gedacht war, wo ich am Sonntag den Gottesdienst halten sollte. Ich wohne in einem großen Wohnkomplex, in dem man nicht alle Leute kennt; manchmal tagelang niemanden sieht. Ich schloss also die Haustür auf und wie aus dem Nichts schlüpfte ein Mann hinter mir mit ins Haus. Dabei habe mir nichts gedacht - er konnte ja hier zu Besuch sein oder wohnen.
Die Kuchen sollten direkt ins Auto, als lief ich hinunter in die Tiefgarage. Der Mann kam hinterher. Er ging zu einem anderen Auto - naja, nichts Besonderes. Er kam dann aber wieder mit mir ins Treppenhaus und da spürte ich, dass an meinem Rucksack, den ich auf dem Rücken trug, herumgefummelt wurde. Ich nahm den Rucksack nach vorne. Der Reißverschluss war schon offen - und bevor ich überhaupt reagieren konnte, wurde mir eine Ladung Reizgas ins Gesicht gesprüht. Ich versuchte noch, mich zu wehren, den Rucksack wieder zu fassen - da gab es eine zweite Ladung ins Gesicht. Der Mann stieß mich zu Boden und weg war er - mit Rucksack und allem, was darin war. Unter anderem die Tageseinnahmen des Cafés, mein privater Geldbeutel und alle Karten und Ausweise.
Mein Rufen wurde schließlich gehört und eine Familie, die im Haus wohnt, kam mir zu Hilfe. Polizei und Rettungsdienst folgten. Als ich nach der Behandlung im Krankenhaus wieder zuhause war und etwas zur Ruhe kam, spürte ich Gottes Gegenwart. Seine Ruhe und der Eindruck: „Ich bin da“ erfüllten mein Herz und meine Gedanken.
Ich sah und sehe Seine Hand in dem ganzen Geschehen. Er hat es zwar zugelassen - nicht verhindert -, aber mich auch nicht alleine gelassen. Ich war nicht weiter verletzt. Das Gesicht brannte zwar wie Feuer und ich sah nichts mehr, aber der Sturz war sonderbar - ich fiel wie in weiche Hände, wurde irgendwie aufgefangen. Auch wenn mir das erst hinterher so richtig bewusst wurde.
Gott hat mir die Gnade und den Frieden geschenkt, dem Täter zu vergeben.
Und was mir ganz wichtig ist und war: Ich wollte nicht mit Zorn und Wut durch die Tage gehen und mich mit dieser Last, beziehungsweise dem Täter, gedanklich noch herumplagen. Ich konnte dem Mann vor Gott vergeben. Aber nicht, weil ich so fromm und cool bin, sondern weil Jesus mir diese Gnade und den Frieden dafür schenkte. Es hätte viel Schlimmeres passieren können - aber mehr ließ Gott nicht zu. Ich meine, mir reicht es so vollkommen, ich bin aber unendlich dankbar, „glimpflich“ davon gekommen zu sein.
Gott hatte dennoch alles im Griff. Dieses Zeugnis möchte ich geben. Er lässt manches zu, er mutet uns auch manches zu – die Welt ist nun mal so wie sie ist und Menschen ohne Gott können böse sein. Aber es passiert nichts, was er nicht weiß und sieht. Das Regiment hat immer noch Er und Er steht über allem, was uns begegnet. Der Feind mag toben und wüten und er weiß, dass er nur noch wenig Zeit hat, aber der Chef ist unser Herr. Und dieser Herr weiß seine Kinder zu bewahren, auf seine Weise.
Ich muss das Geschehene jetzt weiter verarbeiten - ein Stück Sicherheit ist verlorengegangen und es ist ein mulmiges Gefühl, abends nach Hause zu kommen. Aber meine Devise ist: mutig aufstehen und an Jesu Hand weitergehen. Licht und Salz sein in dieser zunehmend dunklen Welt und die Gewissheit zu haben: Gott ist da und sorgt für alles."