TV: Feiertag ohne Leiche?

von / THQ

TV: Feiertag ohne Leiche? TV: Feiertag ohne Leiche?: Der im Ruhestand lebende Geistliche Hartmut Preß hat acht deutschen Fernsehanstalten die Wette angeboten, dass sie es nicht schaffen, für die nächste Vorweihnachtszeit einen leichenfreien Feiertag zu planen, also 24 Stunden ohne die Darstellung von Mord und Totschlag. Bisher hat sich keine Fernsehanstalt auf die Wette eingelassen.

Die "offenste Antwort" kam vom Privatsender RTL: "So leid es uns auch tut, können wir Ihre Wette nicht annehmen, da wir bereits jetzt wissen, dass wir diese verlieren würden." Aus den Zuschauerquoten und vielen Publikumszuschriften wisse man, dass ab 22 Uhr "ein hoher Bedarf nach spannender Unterhaltung besteht".

Auch die ARD lehnt einen gänzlichen Verzicht auf Krimi-, Grusel- oder Actionfilme ab. Außerdem seien die Gewaltdarstellungen in Sendungen der ARD "viel geringer" als bei kommerziellen Fernsehanbietern.

Das ZDF plane ein der Weihnachtszeit angemessenes Programm. "Wichtig erscheit uns aber das Bestreben, Gewalt in einem verträglichen Maße realistisch, jedoch nicht verherrlichend darzustellen."

Der Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks schreibt, es gehe nicht um "irgendwelche Wetten, sondern um ein hochqualifiziertes Programmangebot, das sowohl Mehrheiten als auch Minderheiten erreichen können muss". Zugleich verweist er darauf, dass der bundesweit empfangbare Fernsehbildungskanal BR-alpha am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag 2005 keine fiktionale Gewalt gezeigt habe.

Preß ist enttäuscht über die Reaktionen der Fernsehsender. Zwar habe er viel Geld gespart, aber er hätte nach eigenen Angaben das Geld gern für soziale Zwecke gespendet. "Das Fernsehen als Leitmedium hätte hier seine Vorbildfunktion in Richtung ‚weniger Gewalt’ erfüllen können."

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