Territorialer Kongress am Osterwochenende

Außergewöhnlich: Der Heilsarmee-Kongress 2010 in Baunatal wurde auf jeden Fall seinem Motto gerecht.

von / THQ

650 Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet, aus Litauen und Polen wurden von den Kommandeuren Horst und Helga Charlet begrüßt, um gemeinsam zu singen, zu feiern und auf Gottes Wort zu hören. Als besondere Gäste und Redner waren der internationale Leiter der Heilsarmee, General Shaw Clifton, und seine Frau, Kommandeurin Helen Clifton, die Internationale Präsidentin der Frauenorganisationen, nach Deutschland gekommen. In Anlehnung an das Jahr der Stille wurde der Karfreitag als stiller Tag begangen. Die Eröffnungsversammlung stand unter dem Motto "Eine außergewöhnliche Liebe". In allen Beiträgen wurde deutlich, was Jesus am Kreuz getan hat: Er hat aus Liebe sein Leben dahingegeben, um die Sünder zu erlösen, um die Schuld der Menschheit zu tilgen. Anschaulich wurde dies im Anspiel "Der Weg zum Kreuz", in der Predigt des Generals, die in dem Aufruf gipfelte: "Trete heraus aus deinem Schatten und stelle dich in das Licht Jesu" und in den verschiedenen Stationen, die die Gäste in das Geschehen von Karfreitag hineinversetzten.

Kerry Sampson war für die erkrankte Solistin Kapitänin Margaret Davis eingesprungen und begeisterte die Zuhörer ebenso wie das Stabsmusikkorps und der Nationale Jugendchor, der eigens für den Kongress zusammengestellt worden war.

In der Abendveranstaltung wurden die Versammelten eingeladen, unter das Kreuz zu kommen: "Außergewöhnlich nah dran", ganz in die Nähe Jesu. Wieder dienten alle Beiträge dazu, das Thema zu verdeutlichen. Ob es ein Videoclip, Liedbeiträge, Bilder vom Isenheimer Altar oder die Predigt des Generals waren, die Passion Jesu und unsere Antwort auf seine Liebe prägten den Abschluss des Tages. Karfreitag oder, wie es im Englischen heißt, "Good Friday", ist für alle Menschen ein guter Tag, weil wir mit Gott versöhnt sind und weil wir dem ganz nahekommen können, der uns versöhnt hat.

Ostersamstag – ein Tag, der als Zwischentag zwischen den Feiertagen bezeichnet werden kann. Die Kreuzigung Jesu ist vorbei, aber seine Auferstehung hat noch nicht stattgefunden.

Der Samstag hatte somit einige Schwerpunkte. Am Morgen versammelte der General die Offiziere zu einer eigenen Versammlung, bevor die erste öffentliche Kongressversammlung begann. Sie stand unter dem Thema "Unterwegs mit einer außergewöhnlichen Armee". Es wurde deutlich, welche Ausmaße unser Territorium hat, denn die Kameraden aus Polen und Litauen wurden vorgestellt. Bilder aus der Arbeit in diesen Ländern wurden gezeigt und die Gruppen sangen Lieder in ihrer Sprache. Der General berichtete dann aus der weltweiten Heilsarmee. Er betonte, dass die Heilsarmee inzwischen in 120 Ländern tätig ist und weiter wächst. Das bezieht sich auf die Anzahl der Länder, in denen die Heilsarmee offiziell tätig ist, auf die Anzahl der Mitglieder und auch auf die Tätigkeitsbereiche der Heilsarmee. Das größte Wachstum und die höchste Anzahl aller Salutisten gibt es in Afrika und Asien. Es ist interessant, dass zu den Ländern, in denen die Heilsarmee seit Kurzem tätig ist, Nepal, die Mongolei und Kuwait gehören.

Die Missionskollekte, die in dieser Versammlung für die Erdbebenopfer von Haiti und Chile erhoben wurde, ergab über 5000 Euro.

Der musikalische Beitrag "You raise me up", vorgetragen von der Solistin Kerry Sampson, dem Nationalen Jugendchor und dem Stabsmusikkorps, riss die Leute von den Stühlen und war eine gelungene Überleitung zur Vorstellung der Delegierten der World Youth Convention (WJC). 13 junge Leute werden im Sommer 2010 in Stockholm an diesem Kongress teilnehmen. Der General betete für die Delegierten und begrüßte die jungen Leute persönlich. Tabea Preuß aus Korps Siegen wurde als eine von weltweit 26 Delegierten vorgestellt, die vor der WJC an den Programmen "time to be holy" in London und "raise up" in Kopenhagen teilnehmen.

Der internationale Charakter der Versammlung kam zur vollen Auswirkung, als African Swing Salvation ihren ersten Auftritt hatten. Wie der Name sagt, besteht diese Musikgruppe aus Salutisten, die aus Angola und den beiden Kongo-Territorien kommen. Viele von ihnen leben in Deutschland, eine ganze Anzahl war aus Belgien angereist. Mit ihrem Rhythmus und ihrer Musik begeisterten sie die Zuhörer.

Der Nachmittag stand unter dem Thema "Workshops". Es ging unter anderem um den Dienst in der Heilsarmee und die Fragen "Wie führe ich Menschen zu Jesus?" und "Wie kann Sport missionarisch genutzt werden?". Musikalisch wurde es mit dem Cajon, einer Kiste voller Rhythmus, bei Anbetungstanz und Lobpreis. Einige versuchten sich auch in meditativen Kreistänzen.

Der "wartende" Charakter des Samstags kam am Abend zur Geltung, als es um das Thema "außergewöhnliche Perspektiven" ging. Geschlossene Türen, die auf der Bühne und im Saal standen, das Anspiel "Warten" und eine praktische Übung zum Thema Warten – Bonbons wurden ausgeteilt, die erst später in der Versammlung gegessen werden durften – machten genauso deutlich, was es heißt zu warten, wie die Predigt von General Shaw Clifton. Jeder Versammlungsteilnehmer hatte "Fußspuren" auf seinem Sitz vorgefunden, die nach der Predigt an den Türpfosten aufgehängt werden konnten zum Zeichen dafür, dass man bereit ist, auf Gottes Zeitpunkt zu warten. Neben vielen anderen musikalischen Beiträgen beeindruckte das Finale des Abends, bei dem von allen Mitwirkenden das Lied "Fels des Heils" (Rock of Ages) in deutscher und englischer Sprache gesungen wurde.


Nachdem am Ostersonntag im Halbdunkel das Evangelium von der Auferstehung Jesu gelesen worden war, stürmten die Osterläufer in den Saal. Von einem Friedhof kommend, proklamierten sie: "Der Herr ist auferstanden", worauf die Versammlung antwortete: "Er ist wahrhaftig auferstanden!" Die Auferstehungsfreude kam in allen Liedern und musikalischen Beiträgen zum Ausdruck. In seiner Predigt betonte der General, dass man die Auferstehung Jesu nicht erklären, aber erleben kann. Den Abschluss des Kongresses bildete das Finale mit allen Beteiligten, aus vielen Kehlen erklang es: "O krönet, krönet, krönet ihn zum Herrn der Welt!" Um die Botschaft vom auferstandenen Herrn auch "wirklich" in die Welt zu senden, wurden 1000 Ballons mit Ostergrüßen auf den Weg geschickt.

"Außergewöhnlich" war nicht nur das Kongressmotto, waren nicht nur die vielen musikalischen Beiträge, waren nicht nur die Ansprachen von Kommandeurin Helen Clifton und dem General, außergewöhnlich war, dass Gott auch heute noch zu Menschen spricht, dass sein Wort Menschenherzen verändert und Menschen in den Dienst in der Heilsarmee ruft. Deutlich wurde dies, da viele Menschen dem Aufruf zur Gebetsbank folgten. Der Kongress ist vorbei, die Teilnehmer sind abgereist, aber sicher werden viele das Wirken Gottes weiterhin in ihrem Alltag erleben.
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Bilder vom Kongress finden Sie in der Diashow.

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