Sünde zur Karikatur verkommen

von / THQ

Sünde zur Karikatur verkommen: Der Priester und Psychoanalytiker Eckhard Frick berichtet, dass die persönliche Beichte in den evangelischen Kirchen rar geworden ist. Aber auch in der katholischen Kirche sei sie in der Krise. Die meisten Katholiken schreckten vor dem "schambesetzten" persönlichen Bekenntnis zurück. Ferner wüssten viele mit dem Begriff Sünde nichts mehr anzufangen. Weithin sei er zu einer Karrikatur verkommen: "Wir sprechen von Parksündern oder von der Flensburger Verkehrssünderkartei. Diabetiker und Übergewichtige sündigen gegen ihre Diät." Besonders häufig tauche der Begriff in erotischen Anspielungen mit augenzwinkerndem Unterton auf. Nur wenn man die Bedeutung von Schuld und Sünde erfassen könne, seien Beichte und Vergebung in der Lage, zur Bewältigung des Lebens beizutragen. Gehe aber die Unterscheidung zwischen eingeredeter und eingestandener Schuld, zwischen neurotischer Verstrickung und vor Gott erkannter Sünde verloren, drohe der Verlust der eigenen Persönlichkeit.

Zurück