Suchtkranke – Verhaltenskodex für Gemeinden

Jede Kirchengemeinde sollte einen Verhaltenskodex zum Umgang mit Suchtkranken entwickeln.

von / THQ

Das schlägt der Leiter der Suchtkrankenhilfe der Zieglerschen Anstalten in Wilhelmsdorf bei Ravensburg, Prof. Harald Rau, vor. In zehn Punkten könne man beschreiben, wie sich die Gemeinde gegenüber Alkohol- und Drogenabhängigen verhalten wolle.

Suchtkranke brauchten zum Beispiel nach einer Rehabilitation attraktive Aufgaben, um neues Selbstwertgefühl aufzubauen. Die Möglichkeiten reichten von handwerklichen Betätigungen über Botengänge bis zur Mitarbeit am Gemeindebrief, bei der Hausaufgabenhilfe oder im Besuchsdienst. Soziales Engagement sei eine wesentliche Voraussetzung für eine dauerhafte Abstinenz. Außerdem empfiehlt Rau Gemeinden, Selbsthilfegruppen wie das Blaue Kreuz, Freundeskreise oder Anonyme Alkoholiker gelegentlich an der Gottesdienstgestaltung zu beteiligen. Ehemalige Suchtkranke könnten auch in Konfirmandengruppen, Jugendkreisen oder Seniorenveranstaltungen von ihren Erfahrungen berichten. Das seien meist die wirkungsvollsten Vorbeugemaßnahmen.

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