Stellungnahmen der Heilsarmee zu Themen wie Rassismus, Abtreibung, Alkohol und Umgang mit Macht

von Frank Honsberg / Die Heilsarmee in Deutschland

Liebe Kameraden, Korps- und Einrichtungsleiter,

als Vorsitzender der Theologie- und Ethikkommission (ThEK) möchte ich Sie heute darüber informieren, wie die Heilsarmee weltweit und in unserem Territorium das Gespräch über Fragen des Glaubens und Lebens befördert. Lange sicher geglaubte Standpunkte zu ethischen Fragen geraten ins Wanken. Dazu gehören vor allem Fragen zum Anfang und Ende des Lebens, aber auch zu unterschiedlichen Lebensentwürfen und Sexualität.

Als internationale Bewegung berät die Heilsarmee im "International Moral and Social Issues Council" IMASIC (Internationaler Rat für ethische, moralische und soziale Fragen) den General in aktuellen Fragen und versucht diese in einem weltweiten Kontext zu beantworten bzw. Orientierung zu geben. Eine Reihe von Stellungnahmen beispielsweise zu Themen wie Alkohol, Umgang mit Macht, Rassismus, Abtreibung und Pornografie finden Sie in deutscher Sprache im Infoportal unserer Homepage unter dem Reiter "Resourcen" (siehe den unten angehängten Link). 

Gleichzeitig besteht der Wunsch, nicht nur Position zu beziehen, sondern uns in die Lage zu versetzen, komplexe Themen offen und respektvoll zu besprechen. Dies vor allem, wenn Salutisten (und auch andere Christen) sich auf die Bibel berufen, aber zu unterschiedlichen Erkenntnissen gelangen. Auch Vertraulichkeit ist ein wichtiges Element des Austauschs, der unsere Beziehungen zueinander stärken und vertiefen soll.

Die Heilsarmee hat in ihrem Buch zur Accountability-Bewegung, "Der Weg der Erneuerung", einen moderierten Gesprächsprozess vorgestellt, der auch bei schwierigen oder kontroversen ethischen Fragen zu einem hilfreichen Austausch führen kann. Der Wunsch ist, sprachfähig zu sein ohne zu verurteilen. Eine Kultur des Aufeinanderhörens soll entwickelt werden - und das auf allen Ebenen der Heilsarmee. Gehaltvolle Gesprächsleitfaden unterstützen den Prozess und nicht selten kommt es zu überraschenden und heilsamen Einsichten ("Kairos-Erfahrung").

Um dies auch im deutschsprachigen Raum zu etablieren, fand im Herbst 2018 in Basel ein länderübergreifendes Trainingswochenende für Moderatoren statt. Bruder Roland Stettler und Kommandeurin Marie Willermark leiteten als Mitglieder des IMASIC diese Schulung. Als Teilnehmer von deutscher Seite waren folgende Offiziere dabei (in alphabetischer Reihenfolge):

·         Major Frank Honsberg,

·         Kapitän Matthias Lindner,

·         Kapitänin Birgit Piechot und

·         Majorin Marie-Luise Schröder.

·        
Ein erstes moderiertes Gespräch fand Anfang Juli 2019 im Kabinett (Leitungsgremium der Heilsarmee) statt.

Wenn Sie Interesse haben, ein Gespräch zu einem Thema aus dem Themenkreis Ehe, Beziehung, Sexualität z.B. in ihrem Korps- oder Einrichtungskontext zu ermöglichen, dürfen Sie eine/n der genannten Kolleginnen und Kollegen als Moderator/in anfragen. (Majorin Marie-Luise Schröder bittet darum, erst ab Mitte 2021 angefragt zu werden.)

Langfristig erhoffen wir uns eine Ausbreitung (Multiplikation) solcher Gespräche durch Schulung weiterer Moderatoren für "glaubensbasierte Moderation", vor allem von Salutisten und Angehörigen. Das moderierte Gespräch zu einem Thema dauert etwa zwei Stunden. Es ermutigt aber ausdrücklich zum Weiterdenken und -reden miteinander.

Wenn Sie Fragen haben, schreiben Sie mir gerne.

Herzliche Grüße und Segenswünsche

Frank Honsberg, Major 
Korpsoffizier

 

Zurück