von Florian Lazarevic Korps Bremen

Selbstverleugnungswoche – Heute kein Nachtisch

Verzichten, um zu geben. Glauben, der handelt.

Der Anfang: Ein Pudding verändert die Welt
Am Anfang war ein Pudding. John Carleton, ein Offizier der Heilsarmee, wollte Menschen in ärmeren Ländern helfen – hatte aber selbst kein Geld für eine Spende. Also beschloss er, ein Jahr lang auf seinen geliebten Nachtisch zu verzichten und den Gegenwert von 50 Schilling zu spenden.

Dieses kleine persönliche Opfer berührte Heilsarmee-Gründer William Booth so sehr, dass er 1887 die Selbstverleugnungswoche ins Leben rief. Aus einem einfachen Akt des Verzichts wurde eine weltweite Bewegung. Bis heute verzichten Mitglieder und Freunde der Heilsarmee auf Liebgewonnenes und spenden den Gegenwert für Hilfsprojekte – in diesem Jahr unter anderem für Partnerländer in Afrika und Südasien.


Selbstverleugnung in der Fastenzeit
Während der siebenwöchigen Fastenzeit, vom 18. Februar bis 24. April, findet in der Heilsarmee die „Frühjahrssammlung“ oder das „Partners in Mission“-Programm statt – auch bekannt als die Selbstverleugnungswochen.
Der Begriff „Selbstverleugnung“ beschreibt eine Haltung, die uns allen guttut: bewusst verzichten, eigene Bedürfnisse zurückstellen und damit Raum schaffen für Großzügigkeit, Solidarität und ein offenes Herz.

Was heißt eigentlich Selbstverleugnung?
Jesus sagt:

„Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.“ (Matthäus 16,24)

Selbstverleugnung bedeutet nicht, weniger wert zu sein. Es heißt vielmehr, die eigenen Wünsche einmal zurückzustellen, um Platz zu schaffen für Gott und für andere.

Verzicht hilft, neu zu entdecken, was im Leben wirklich wichtig ist.
Ob Kaffee, Süßigkeiten, Fleisch, Fernsehen, soziale Medien, das Auto oder der Aufzug – jede und jeder kann sich fragen:

Worauf kann ich verzichten, um bewusst zu geben?


Verzichten – Geben – Teilen
Die Selbstverleugnungswoche verbindet persönlichen Verzicht mit konkreter Hilfe. Das gesparte Geld fließt in Projekte der Heilsarmee weltweit – etwa in Bildung, soziale Arbeit und Gemeindearbeit.

Dabei ist Unterstützung keine Einbahnstraße:
Unsere Partnerländer zeigen uns, was Vertrauen auf Gott bedeutet – gerade dort, wo Menschen von weniger als 1,30 Euro am Tag leben. In vielen dieser Länder ist Gebet nicht der letzte, sondern der erste Schritt.


Engagiert beten
Neben finanzieller Unterstützung spielt das Gebet eine ebenso wichtige Rolle.
Ob persönlich oder als Gemeinde – wir sind eingeladen, für andere Länder und ihre Herausforderungen zu beten. Gebet verbindet über Kontinente hinweg und macht sichtbar, dass wir Teil einer weltweiten Gemeinschaft sind.


Machen Sie mit!
Die Selbstverleugnungswoche lädt ein:

- bewusst zu verzichten
- solidarisch zu geben
- und im Gebet verbunden zu sein

Ob eine Woche oder die gesamte Fastenzeit: Jeder Verzicht kann ein Segen sein – für andere und für uns selbst.

Verzichten. Spenden. Beten.
So wird aus einem kleinen Opfer eine große Hoffnung.

Zurück