Schuleröffnung im Irak

"Das Hilfsteam der Heilsarmee im Irak hat einen positiven Einfluss auf die kleine Stadt Amarah", berichtet Kapitänin Maria Ibragimov.

von / THQ

Maria kehrt nach Moskau zurück, sie hat sechs Wochen im Irak verbracht und dabei geholfen, das Aufbauprogramm zu starten und zu etablieren. Es fällt ihr nicht leicht zu gehen - die Menschen in Amarah haben sie herzlich aufgenommen und sie weiß, dass es noch so viel zu tun gibt.

Die Eröffnung der renovierten Schule für Mädchen machte großen Eindruck auf die Stadt, die Feier zog viele Menschen an, die neugierig waren und sehen wollten, was alles erreicht worden ist. Das Hauptinteresse galt dem neuen Computerraum der Schule. Die Schüler hatten vorher noch nie mit Computern gearbeitet, der neue Unterricht wurde also mit großer Aufregung und Begeisterung besucht. Die erste Gruppe Schüler hat bereits ihr IT-Training beendet und ein Zertifikat erhalten. Direkt im Anschluss wurde der nächste Kurs für Frauen angeboten, die damit ihre Fähigkeiten erweitern können und bessere Chancen für einen neuen Arbeitsplatz bekommen.

Schulen zu renovieren ist eine dringende Aufgabe. Ingenieure der Heilsarmee haben weitere 16 Schulen begutachtet und es wurden Pläne für Neubauten und Renovierungen gemacht. Ein wichtiger Faktor für die Durchführung dieser Vorschläge ist der Aufbau von Eltern-Lehrer-Verbänden. So etwas kannte man im Irak vorher nicht und die Heilsarmee hat die Bildung solcher Verbände ermöglicht, die jetzt zusammen gearbeitet haben, um ihre eigenen Pläne für die Zukunft ihrer Schulen zu machen. "Es hilft den Menschen, sich für ihre Schulen verantwortlich zu fühlen", sagt Maria.

Mit Wiederaufbauarbeit kann man sich auch durchaus die Hände schmutzig machen: Der Ortsrat hat das Hilfsteam der Heilsarmee gebeten, Sanitäranlagen und die Kanalisation zu inspizieren. Das Stadtgebiet Amarah litt unter einem mangelhaften Sanitärsystem. Riesige Pfützen brackigen Wassers und Rinnsäle von Abwasser säumten jede Straße und die Rohre der Kanalisation waren verstopft. Es war sehr unangenehm.

Nachdem die Ingenieure die Situation eingeschätzt hatten, stellte die Heilsarmee die nötigen Gelder zur Verfügung. Die Reparaturen wurden durchgeführt und innerhalb einiger Tage war das Projekt beendet, das die Kommunalverwaltung und Arbeiter vor Ort zusammenbrachte. Ein Team von 200 Bürgern half neue Rohre zu verlegen und Abwassergräben zu reinigen. "Das Kanalisationssystem funktioniert jetzt wieder", berichtet Maria, "und so etwas macht einen großen Unterschied für die Lebensqualität." Aufgrund dieses Projekts soll nun auch die Kanalisation in einem zweiten Teil der Stadt bald repariert werden.

Das britische Militär vor Ort erhielt eine große Ladung Hilfsgüter. Der leitende Offizier erkannte, dass die Verteilung die Kompetenzen des Militärs übersteigen würde und wandte sich an die Heilsarmee, damit die Hilfsgüter sicher bei den Not leidenden Familien ankommen. Insgesamt 17 Frachtcontainer und viermal 12 Tonnen Lkw-Ladungen Hilfsgüter wurden geliefert und verteilt. Mehr als 10 000 Familien in Not konnte damit geholfen werden, darunter auch 950 Familien, die in der Region Al Kahla leben. Die gespendeten Güter enthielten u. a. 4000 Decken, 3000 Kochtöpfe, 15 000 Becher, 1000 kleine Kocher und 500 Wasserflaschen.

Durch die Bedürfnisse der Frauen vor Ort herausgefordert, bahnte Maria den Weg für Nähunterricht, der Mädchen die Möglichkeit gibt, neue Fertigkeiten zu erlernen und es jungen Frauen ermöglicht, selbst Unterricht zu geben. Der erste Workshop im Nähen fand in der renovierten Schule statt, der nächste ist in Verwaltungsbüros der Stadt geplant. Es sollen noch zehn weitere Workshops stattfinden.

Teammitglied Andrei Shkurin nutzte ebenfalls seine Fähigkeiten, um die Menschen vor Ort zu unterstützen. Als Elektro-Ingenieur war er entsetzt über den Zustand der medizinischen Ausrüstung in den Krankenhäusern in Amarah. Viele Geräte funktionierten nicht und die, die man zum Reparieren nach Bagdad geschickt hatte, waren "verloren gegangen". Andrei stellte ein Team aus ortsansässigen Ingenieuren zusammen und begann ein Programm zum Reparieren der medizinischen Ausrüstung. Als er auf seinem Nachhauseweg nach Georgien in London war, berichtete Andrei, dass das Team die Arbeit weiterführen wird, die er begonnen hat und so die medizinischen Möglichkeiten der zwei Krankenhäuser der Stadt verbessern wird.

Major Cedric Hills, Koordinator für internationale Hilfseinsätze der Heilsarmee, ist stolz auf die bis jetzt erreichte Arbeit im Irak, aber er teilt die Enttäuschung der Teammitglieder, dass nicht mehr schneller geschieht. "Die Not drängt und die meisten Projekte können wegen mangelnder Finanzierung nicht oder erst spät ausgeführt werden", sagt er. "Das Team bringt den Menschen eine Verbesserung ihrer Situation, doch wir möchten, dass noch mehr getan wird."

INR/IHQ

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