"Sakrileg" – "kitschig und kleinbürgerlich"

von / THQ

"Sakrileg" – "kitschig und kleinbürgerlich": Repräsentanten aus Wissenschaft und Kirche haben Kritik an der Behauptung in dem Bestseller-Roman "Sakrileg" von Dan Brown geübt, Jesus Christus habe mit Maria Magdalena ein Kind gezeugt. Eine Hollywood-Verfilmung läuft derzeit unter dem Titel "The Da Vinci Code – Sakrileg" in den Kinos. Der Rektor der Berliner Humboldt-Universität und Professor für ältere Kirchengeschichte, Christoph Markschies, sagte: "Die Vorstellung, er habe eine bürgerliche Kleinfamilie im Zelt dabeigehabt, ist kitschig." Der Bibel zufolge habe Jesus sehr asketisch gelebt, keinen Beruf ausgeübt und keinen festen Wohnsitz gehabt. Im Gefolge Jesu hätten sich zweifellos auch Frauen befunden. Aber zu glauben, dass er deshalb mit ihnen auch eine sexuelle Beziehung gehabt habe, sei genauso absurd, als würde man jedem Universitätsprofessor automatisch ein Verhältnis mit seiner Sekretärin unterstellen. Laut Markschies erinnert das Buch an kleinbürgerliche Vorstellungen vom Familienleben aus dem 19. Jahrhundert.

Der Dekan der Philosophischen Fakultät und Professor für Kulturgeschichte an der Humboldt-Universität, Thomas Macho, nannte es erstaunlich, wie viele Bestsellerautoren der letzten Jahre immer wieder auf biblische Geschichten und Motive zurückgriffen. Aus seiner Sicht geben auch die rund 50 Millionen Leser des Buches "Sakrileg" keinen Anlass zur Besorgnis für die Kirchen: "Wenn man mal überlegt, welche Fernsehsendungen von Millionen Menschen jeden Tag weltweit gesehen werden "

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