Paul-Gerhardt-Jahr: Würdigung im Ausland angeregt

Die Bundesregierung soll das Leben und Werk des evangelischen Kirchenliederdichters Paul Gerhardt (1607-1676) in die deutsche Kulturarbeit im Ausland einbeziehen.

von / THQ

Darum hat der Vorsitzende des Unterausschusses "Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik" im Deutschen Bundestag, Peter Gauweiler (CSU), Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier (SPD) gebeten. Wohl keine deutsche historische Persönlichkeit werde in diesem Jahr so sehr gewürdigt wie Gerhardt, dessen Geburtstag sich am 12. März zum 400. Mal jährte. Der Theologe sei der weltweit bekannteste Dichter deutscher Kirchenlieder. Er gehöre auf einer Ebene mit dem Reformator Martin Luther und dem Komponisten Johann Sebastian Bach zu den bedeutendsten Protestanten, schreibt Gauweiler in einem Brief an Steinmeier. Gerhardts Lieder wie etwa "Befiehl du deine Wege", "Du meine Seele, singe" und "Geh aus, mein Herz, und suche Freud" zählten seit fast vier Jahrhunderten zu den am meisten gesungenen deutschen Liedern. Sie trösteten bis heute Millionen Menschen. Zahlreiche Schriftsteller – von Matthias Claudius über Theodor Fontane bis Günter Grass – seien von Gerhardt beeinflusst worden.

Gauweiler zufolge sollten die Goethe-Institute, die Kenntnisse über die deutsche Kultur in aller Welt vermitteln, und die deutschen Botschaften im Ausland in ihrer Kulturarbeit an Gerhardt "als einen ganz großen deutschen Dichter" erinnern. Eine solche Initiative der auswärtigen Kulturpolitik wäre, so der Politiker, auch ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit den von der Evangelischen Kirche in Deutschland betreuten 130 deutschsprachigen evangelischen Gemeinden im Ausland.

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