Ferienwoche fällt aus: Doch es gibt eine süße Überraschung  

von Stefanie Honsberg / Die Heilsarmee in Deutschland

Sieben Familien, mit elf Erwachsenen und 16 Kindern, freuten sich auf die Patchwork-Ferienwoche des Heilsarmee-Korps in Naumburg, die Mitte Oktober im hessischen Flensungen in Mücke stattfinden sollte. Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr, der gerade für Familien und noch mehr für Alleinerziehende eine zunehmende Belastung wurde, sollte die Ferienwoche ein Ausgleich sein. Ein Team hatte das Thema, die Workshops und Freizeitaktivitäten geplant, der Infobrief war verschickt und alles ließ hoffen, dass es eine schöne und erlebnisreiche Woche für alle werden würde.

Dann kam, wie so oft in diesem Jahr, alles anders. Die Corona-Fallzahlen schnellten plötzlich hoch und ehe man sich versah, waren die Wohnorte der teilnehmenden Familien zu Risikogebieten erklärt worden und das Beherbergungsverbot machte eine Anreise unmöglich. Schnelltests waren nicht schnell genug oder Teststationen unerreichbar weit weg. So musste die Ferienwoche leider schweren Herzens sechs Tage vor Beginn abgesagt werden.

Es musste eine Alternative geben ...

Das Team war sich einig, dass es eine Alternative geben sollte. So wurden für alle Familien Pakete gepackt mit kreativen und süßen Materialien und einer Anleitung, wozu sie zu gebrauchen sind. (Zum Beispiel Waschknete, ein leerer Bilderrahmen, Modelliermasse, Kuschelsocken etc.) 

„Willkommen daheim“ war keine Ironie, sondern wäre tatsächlich das Thema der Woche gewesen. Der Gedanke war, dass Jesus Christus als Hausherr und Gastgeber uns zu sich einlädt und durch die Zimmer seines Hauses führt. Passend zum Zimmer sollte es biblische Geschichten geben. Die gab es dann auch. Jeder aus dem Team machte ein Video aus seinem jeweiligen Zimmer, z.B. Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer und Badezimmer, von wo er die Geschichte erzählte. Diese wurden in den darauffolgenden Tagen an die Familien verschickt. Nachlesen oder vorlesen konnten sie diese in der „Willkommen daheim“ Bibel, die auch im Paket war.

Und das sagen die Beschenkten

Die Familien waren überwältigt. Hier ein paar O-Töne:

„Vielen Dank für die viele warmherzige Mühe, trotz der widrigen Umstände.“

„Hallo ihr lieben Betreuer der Patchwork-Woche. Ihr wart alle super. Bin mit meinen Kids gut durch die verregnete Woche manövriert worden, daher möchte ich einen recht lieben, warmen Dank aussprechen.“

„Das heutige Thema hat mich zum Nachdenken gebracht…“.

„Jonas hat gefragt, ob Steffi ihn liebhat, weil sie ihm Geschichten schickt.“

Was der vierjährige Jonas hier sagte, ließ mich schmunzeln und ich war getröstet. Wir konnten diesmal nicht viel machen, aber das Wenige hat seine Wirkung nicht verfehlt. Liebe ist und bleibt doch unsere stärkste Waffe.

Steffi Honsberg

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