Pakistan

Nach dem Wintereinbruch in der vom Erdbeben betroffenen Region Pakistans haben sich die unmittelbaren Bedürfnisse der Menschen dort verändert.

von / THQ

Statt Zelte und Decken werden nun solidere Unterkünfte benötigt. Nach wie vor ist das pakistanische Militär, das die Verteilung von Hilfsgütern überwacht und die Bewohner der Bergdörfer beim Wiederaufbau unterstützt, sehr kooperativ und teilt dem Katastrophenhilfsteam der Heilsarmee genau mit, was benötigt wird.

Anfang Dezember lieferte das Team in Balakot Material für den Bau von Unterkünften für den Winter, unter anderem 2250 Stück Wellblech, 300 Kilo Nägel, 17 Blechschneider, 47 Hämmer, sechs Sägeblätter sowie weiteres Baumaterial. Zusätzlich ist es nötig, Familien zu helfen, die ihre Lebensgrundlage verloren haben. So wurden zehn Nähmaschinen mit Zubehör und 140 Meter Stoff verteilt.



In Zusammenarbeit mit den Dorfältesten hat das Militär die Bedürftigsten ermittelt und kann Hilfsgüter auch zu einigen der entlegensten Orte bringen, bis sich die Wetterlage verschlechtern wird. Teammitglied Peter Last berichtet: "Wir fordern weitere Hilfsgüter an, sobald wir das Geld dafür haben, doch das Militär sagt uns ... der Schnee kann die Straßen unpassierbar machen."



Die Heilsarmee hofft, neben praktischen Hilfsgütern auch Spielgeräte wie Schaukeln oder Karussells und Kinderbücher in das Erdbebengebiet bringen zu können, um die emotionale Gesundung der Kinder zu fördern.





Das Militär hat Zeltstädte in der Gegend von Balakot errichtet und versucht die Menschen dazu zu bewegen, dass sie von den Bergen dorthin umziehen. Auf diese Weise ließe sich die Lage besser überblicken und man könnte besser sicherstellen, dass alle genügend Vorräte haben und sich warm halten können. Doch viele Menschen wollen nicht von den Überresten ihrer Häuser wegziehen, aus Angst, auch das Wenige noch zu verlieren, das ihnen dort geblieben ist. Trotz des unwegsamen Geländes erreicht das Militär auch die schwer zugänglichen Gebiete. In einigen Gegenden wurden Lebensmittelvorräte, Kleidung und Zelte vom Hubschrauber abgeworfen.



Im Zentrum der Region Balakot wurden Zeltschulen errichtet und Lehrer wurden gebeten, sich zu melden und in diesen Schulen zu unterrichten. Die Kinder erhielten ein paar Rupien als Anreiz, zur Schule zu gehen. Viele von ihnen haben Angst vor der Schule, denn als sie zum letzten Mal dort waren, kam das Erdbeben. Eine besonders traurige Geschichte wurde von einer Mutter erzählt, die zehn Jahre lang auf ein Kind gewartet hatte. Am ersten Schultag ihres Sohnes bebte die Erde und er war unter den Schülern, die ums Leben kamen.



Während eines Einsatzes in Balakot fuhren die Teammitglieder auf über 2000 Meter Höhe in die Berge, wo sie die zuvor verteilten Zelte in Gebrauch sahen. "Wir bemerkten, dass die Menschen versuchen, ihr Leben wieder einzurichten," schreibt Katie Baddams. "Sie sammeln was sie nur können aus den Trümmern, um ihren Lebensunterhalt wieder zu verdienen und sich einen gewissen Komfort zu verschaffen. Es gab einen kleinen Gemischtwarenladen, der geöffnet worden war und aus all den Ruinen hervorstach. Auch ein Obst- und Gemüseladen war da, und hier und da verschiedene andere Verkaufsstände. Nach und nach gibt es Lebenszeichen. Ich bemerkte, dass eines der Kinder sein Gesicht bemalt hatte, und mehrere Kinder spielten Fangen. So etwas hatten wir zuvor nicht gesehen, und es war auf jeden Fall ermutigend."

INR/IHQ

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