Ökumenischer Schöpfungstag

Während des Ökumenischen Kirchentags in München wurde bei einer zentralen ökumenischen Feier auf dem Odeonplatz die Proklamation des Schöpfungstages vorgenommen.

von / THQ

An diesem zentralen Gottesdienst wurde die Heilsarmee durch Major Alfred Preuß vertreten. Er nahm, wie die anderen Vertreter der Mitgliedskirchen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), einen Apfelbaum aus den Händen eines Kindes entgegen. Dieser Baum wurde nun im Garten von Majorin Helga Müller eingepflanzt.

Wie Landesbischof Prof. Dr. Friedrich Weber, Bundesvorsitzender der ACK erklärte, gibt es nun den Ökumenischen Schöpfungstag und künftig wird die ACK ihn am ersten Freitag im September feiern. Am 3.9.2010 findet die erste zentrale Veranstaltung zum Ökumenischen Tag der Schöpfung in Brühl statt. Die örtlichen Gemeinden sind aufgerufen, Ökumenische Schöpfungstage zu gestalten, dies kann vom 3.9. bis zum 4.10.2010 geschehen.

Bischof Weber erklärte bei der Proklamation weiter: "Auch das ist ein Zeichen dafür, dass die ökumenische Uhr nicht mehr zurückzudrehen ist. Gott sei Lob und Dank dafür, dass wir atmen können, zu essen und zu trinken haben, dass Pflanzen und Tiere gedeihen und Liebe zwischen Menschen blüht. Gott loben, das ist das Erste. Aber ich erschrecke, wenn ich sehe, wie ‚die Güter der Erde ohne Rücksicht auf ihren Eigenwert, ohne Beachtung ihrer Begrenztheit und ohne Rücksicht auf das Wohl zukünftiger Generationen ausgebeutet werden’ (Charta Oecumenica, Art. 9), wie Krieg das Antlitz der Erde entstellt. Was ist nur mit dem Menschen geschehen? Jörg Zink: ‚Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Aber nach vielen Jahrtausenden meinte der Mensch, endlich klug genug zu sein. Er sprach: Wer redet hier von Gott? Ich nehme meine Zukunft selbst in die Hand, und es begannen die letzten sieben Tage der Erde. Tief unten in der Hölle erzählte man sich nun die spannende Geschichte vom Menschen, der seine Zukunft in die Hand nahm, und das Gelächter dröhnte hinauf bis zu den Chören der Engel.’ Das Maß des Menschlichen wieder finden, ablassen vom gnadenlosen Umgang mit unserer natürlichen Umwelt und mit uns selbst – Umkehr ist das Zweite.

Dass die Schöpfung Gottes einen Platz im Kirchen- und Gottesdienstkalender bekommt, ist ein erster konkreter Schritt. Nicht einfach so, sondern weil Schöpfungsverantwortung eine Grundaufgabe der Kirchen ist, weil Lob Gottes und die Klage über unsere Lage zusammengehören. ‚Nach mir die Sintflut’ geht nicht mehr. Darum lasst Euch bewegen von Gottes Energie, die in der Schöpfung und in uns lebt. Lasst nicht ab von der Hoffnung für alle Kreatur und lasst, was Euch bewegt, zur Tat werden."

Weitere Informationen: www.oekumene-ack.de
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