"Mach mit! - Dank mit!“

Openair-Mitmachgottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit

von Frank Honsberg / Korps Naumburg

„Deutschland singt“, so sollte eine deutschlandweite Danke-Demo heißen. Um den 30. Jahrestag der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten zu feiern, das Wunder der Friedlichen Revolution und des Mauerfalls, sollte deutschlandweit bei einer öffentlichen Feier generationsübergreifend gemeinsam gefeiert werden. Coronabedingt musste alle weitere Planung für das gemeinsame Singen eingestellt werden.

In Naumburg, der Domstadt an der Saale, waren Christen verschiedener Gemeinden der Überzeugung, dass man diese Gelegenheit jedoch nicht vorüberziehen lassen, sondern ein Zeichen der Hoffnung setzen sollte. Am Nachmittag des 3. Oktober versammelten sich deshalb Christen unter der Leitung der Heilsarmee auf dem Marktplatz der Stadt, um im Rahmen des örtlichen Herbstfestes einen öffentlichen Dankgottesdienst abzuhalten.

Über einem Pavillon, auf dem sich die Mitwirkenden des Gottesdienstes versammelt hatten, schwebte ein großer gelber Luftballon, an dem ein Spruchband mit den Worten „Gott sei Dank“ befestigt war. Die Majore Steffi und Frank Honsberg, Leiter der Heilsarmee Naumburg, führten durch den Gottesdienst, der von einem erweiterten Posaunenchor der Landeskirchlichen Gemeinschaft und einem kleinen Ensemble der Heilsarmee umrahmt wurde.

Drei besondere Gäste erinnerten in ihren Wortbeiträgen an die Tage des Mauerfalls und der Wiedervereinigung Deutschlands: Rudolf Stange wurde von Major Honsberg interviewt und berichtete über seine Leben in der DDR und wie er trotz seines klaren Bekenntnisses zu Jesus Christus studieren und als freischaffender Künstler arbeiten konnte. Für seine Arbeiten wurde er mit vielen Preisen und Auszeichnungen geehrt, aber das Wichtigste, so betonte er in diesem Interview, war sein Glaube, der ihn durch alle Wirren der Zeit geleitet hat.

Als Vertreter der Stadt sprach der stellv. Bürgermeister Armin Müller über die Entwicklung der Stadt in den 30 Jahren nach dem Mauerfall und darüber, dass er sich als Süddeutscher ganz bewusst für dieses Leben in den sog. neuen Bundesländern entschieden hat.

Über ein besonderes deutsch-deutsches Verhältnis berichteten dann die Eheleute Damaris und Andreas Weyrowski, die sich nach der Wende kennen und lieben gelernt hatten, sie aus dem Westen, er aus einem Nachbarort Naumburgs. ‚DANKE‘, an diesem Wort machten sie ihren Bericht fest, wie Gott sie in ihrem Leben bis heute geführt hat.

Auch die Zuhörer, die in großer Zahl dem Gottesdienst folgten, konnten sich mit ihren eigenen Worten auf Dankkarten, die am Pavillon befestigt wurden, an der Veranstaltung beteiligen.

Den Abschluss des Gottesdienstes bildete noch einmal eine ‚Demonstration der Kerzen‘ wie vor mehr als 30 Jahren geschehen. Jeder der Anwesenden konnte mit einem kleinen Licht, das von den Mitarbeitern der Heilsarmee verteilt wurde, ein Licht der Dankbarkeit leuchten lassen. ‚We shall overcome‘, diese Lied erklang zum Ende des Gottesdienstes auf dem Naumburger Marktplatz und unterstrich die Hoffnung, dass wir eines Tages auch die Dinge überwinden können, die uns heute noch trennen.

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