Lebensmittel für Jung und Alt an der Talstraße in Hamburg

von / Korps Hamburg

Die Offizierinnen Anne und Mareike teilen in der Talstraße Lebensmitteltüten aus.
Die Offizierinnen Anne und Mareike teilen jeden Mittwochabend Lebensmitteltüten aus.

Mittwochabend, 09. Juni 2021, Hamburg Talstraße. Eine Gruppe von ca. 30 Personen hat sich vor der Lebensmittelausgabe der Heilsarmee Ecke Talstraße und Schmuckstraße eingefunden. Hier verteilen die Offizierinnen Anne und Mareike des Missionsteams der Heilsarmee Hamburg jeden Mittwoch Lebensmitteltüten an Bedürftige aus dem Quartier auf der Reeperbahn – eine Ausweichmöglichkeit, solange die Sanierungsarbeiten am Gebäude in der Talstraße 13 bis Ende des Jahres andauern. Im Viertel kennt man sich und trotz der Großstadt achtet die Nachbarschaft aufeinander.

 

Hier wird die Lebensmitteltüte direkt durch ein Fenster in die Wohnung gebracht.
Karin kann ohne Hilfe ihre Wohnung nicht mehr verlassen und freut sich daher über die Hilfe.

Karin freut sich über die Hilfe durchs Fenster

Am Haus an der Ecke lehnt Karin aus dem Fenster und nimmt von Mareike dankbar eine Lebensmitteltüte entgegen. Sie halten ein Schwätzchen. Die 77jährige wohnt hier seit 1966. Durch die gemeinsamen Gespräche ist eine Freundschaft entstanden. Mehr als 30 Jahre hat Karin mit ihrem Mann einen Klempnerbetrieb geführt. Nach dem Tod ihres Mannes blieb der Seniorin nur eine kleine Rente, die kaum für das Nötigste reicht. Nach einer Rückenoperation kann sie die Wohnung nicht mehr ohne Hilfe verlassen. Sie ist dankbar für die Lebensmittelspende und die aufmunternden Worte.

Bis Ende des Jahres dauern die Sanierungsarbeiten des Hauses der Heilsarmee in der Talstraße. Die Offizierinnen Anne und Mareike freuen sich schon, ihre Gäste dann in den neuen Räumlichkeiten empfangen zu können.

Sarah liebt es zu tanzen und zu singen

Sarah hilft ihrer Mama dabei, die Lebensmitteltüte in der Talstraße abzuholen.
Die siebenjährige Sarah freut sich, ihrer Mama helfen zu können.

In der Warteschlange steht ein kleines Mädchen eng an ihre Mutter geschmiegt. Sarah ist 7 Jahre alt. Seit drei Monaten besuchen die beiden die Tafel. Geduldig steht Sarah in der Reihe und wartet gespannt, was diesmal an Lebensmitteln und Leckereinen in der Tüte ist. Eine Frau mit einem alten Fahrrad holt aus ihrer eigenen Lebensmitteltüte eine Packung Kellogs und bietet sie Sarah an. Die Besucher kennen sich untereinander und manch einer schaut, was der andere nötiger brauchen kann. Brot, Konserven, Kekse oder frisches Obst. Als Sarah die Offizierin Anne sieht, strahlt sie und läuft zu ihr. Die beiden haben sich ein wenig angefreundet. Sarah erzählt ein bisschen scheu, dass sie die erste Klasse besucht. Am liebsten mag sie Englisch und Sport. „Aber Mathe macht mir auch Spaß!“, ergänzt sie noch. Doch am liebsten mag sie Singen und Tanzen. Mit ihrer Freundin übt sie Lieder und auch eigene Texte, die sie tanzend in den Pausen auf dem Schulhof proben. „Dann stehen die anderen Mädchen um uns herum und klatschen“, sagt sie mit zurückhaltendem Stolz. Zuhause, erzählt Sarah, hilft sie der Mama beim Kochen, aber mehr beim Backen. Dann schaut sie genau hin und geht ihrer Mama zur Hand. Was sie einmal werden möchte, fragen wir. Sie lächelt verlegen, hält sich am Kleid ihrer Mutter fest und sagt: „Ich möchte gerne mit meiner Mama zusammenarbeiten, damit wir immer zusammen sein können!“

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