Lasst die Olympischen Spiele beginnen!

von / Die Heilsarmee in Deutschland

In der aktuellen Corona-Pandemie geht es immer wieder um die Frage, ob und wie sportliche Großereignisse ausgetragen werden können. So wurden auch im Jahr 2020 die Olympischen Spiele in Tokyo nach langem Zögern verschoben. Dieses Jahr entflammte erneut die Diskussion: Spiele ja oder nein. Besonders die japanische Bevölkerung wehrt sich gegen die Austragung, da die Angst vor neuen Infektionen mit dem SARS-CoV-2 Virus allgegenwärtig ist. Doch um die Spiele nicht ausfallen zu lassen und damit über 11.000 Sportlern und Sportlerinnen die höchste sportliche Erfahrung zu nehmen, wurde sich auf die planmäßige Austragung der Spiele unter Ausschluss aller Zuschauer geeinigt. Die Olympischen Sommerspiele 2020 (offiziell: Spiele der XXXII. Olympiade) finden also vom 23. Juli bis 8. August 2021 in Tokio statt. Die Bezeichnung Olympische Sommerspiele 2020 bleibt dabei erhalten.

Ein Feuer brennt auch in jedem Christen

Das olympische Feuer, mittels eines Brennglases im Hain von Olympia entfacht, wird in das jeweilige Austragungsland der Olympischen Spiele getragen. Der Lauf des Feuers führt durch ganz Japan.

Auch bei der Heilsarmee wird von einem Feuer gesprochen, welches sich in alle Länder verteilt. Britische Salutisten kamen 1895 nach Yokohama (Japan) um dort mit der Arbeit der Heilsarmee zu beginnen. Damit erfüllte sich wieder einmal eine Vision, die William Booth hatte, als er 1865 in einem Zelt von der erlösenden Botschaft der Bibel predigte. Im Zelt waren ringsherum Gaslaternen angebracht. Als William Booth diese Lampen sah, wusste er, dass sich die beginnende Bewegung einmal um die ganze Welt ausbreiten würde. Und tatsächlich, heute weht die Fahne der Heilsarmee mit ihrem Motto „Blut und Feuer“ in 131 Ländern. Blut ist als Symbol für den Tod von Jesus Christus am Kreuz zu verstehen. Er starb für alle Menschen, um sie mit Gott, seinem himmlischen Vater, zu versöhnen. Feuer deutet auf den Heiligen Geist hin, der in allen gläubigen Menschen wohnt. Jesus Christus sagte: „Ich bin gekommen, um auf der Erde ein Feuer zu entfachen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!“, Lukas 12,49 Hfa.

Der sportliche und geistliche Kampf für Frieden

Pierre de Coubertin trat ab 1880 – beeinflusst durch die archäologischen Ausgrabungen im griechischen Olympia – für eine Wiederbelebung der Olympischen Spiele ein. Mit diesen wollte er nationale Egoismen überwinden und zum Frieden sowie zur internationalen Verständigung beitragen. Er war überzeugt, dass es besser wäre, wenn sich die jungen Männer bei sportlichen Wettkämpfen messen, anstatt gegeneinander in den Krieg zu ziehen.

Der Krieg, den William Booth mit seiner Heilsarmee im Sinn hatte, gilt ähnlichen und doch auch wieder ganz anderen Zielen. Es ging ihm um den Kampf gegen Sünde und soziale Ungerechtigkeit. Es ging ihm um die Erneuerung der Gesellschaft durch Veränderung des Lebens. Er war überzeugt, dass die Not des Menschen aus seiner Abkehr von Gott kommt. Dieser geistlichen Not wollte er begegnen. Dabei hatte er auch Armut, Elend, Ungerechtigkeit und Unterdrückung im Sinn. Seine Fürsorge umfasste den Menschen in seiner Gesamtheit.

„Schneller, höher, weiter“

Das olympische Motto „Schneller, höher, weiter“ spornt Sportler in vielen Disziplinen zu Höchstleistungen an. Andere Wettbewerbe finden jährlich statt. Wenn man aber den Sieg bei den Olympischen Spielen verpasst, hat man oft keine Möglichkeit, bei der nächsten Austragung wieder dabei zu sein. Die Olympioniken sehnen sich nach einer Medaille, Gold steht hoch im Kurs.

Schon der Apostel Paulus hatte vor 2000 Jahren Sportler und ihr Engagement im Sinn, als er schrieb: „Ich weiß genau: Noch habe ich den Preis nicht in der Hand. Aber eins steht fest: Ich will alles vergessen, was hinter mir liegt, und schaue nur noch auf das Ziel vor mir. Mit aller Kraft laufe ich darauf zu, um den Siegespreis zu gewinnen, das Leben in Gottes Herrlichkeit. Denn dazu hat uns Gott durch Jesus Christus berufen“, Philipper 3,13-14 Hfa.

Rund 30 Jahre bevor der olympische Gedanke wieder Fuß fasste, war es William Booth, der in seinem Leben und Wirken diesen Gedanken des Paulus verwirklichte.

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