von Geistliches Leben

Knapp daneben ist auch vorbei

Nachfolgender Text ist ein Auszug aus der Ausgabe 16/2014 des Heilsarmee-Magazins.

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Mein erstes Auto war ein älterer VW 1500 mit dickem Blech, Ausstellfenstern und 2-Punkt-Sicherheitsgurt. Der Gurt schien mir sinnvoll. Ich legte ihn auch immer an. Doch wenn ich ehrlich bin, habe ich es manchmal auch vergessen. Erst seit dem 1. August 1984 – also seit 30 Jahren – müssen Gurtmuffel in Deutschland dafür ein Bußgeld zahlen. Seitdem habe ich es mir zur festen Gewohnheit gemacht: Erst gurten, dann starten! Viele andere machten es ebenso. Damals, so Statistiker, sei die Anschnallquote von 60 auf 90 Prozent gestiegen. Im Jahr darauf gab es 1000 tödliche Unfälle weniger im Straßenverkehr.

Haben wir uns angeschnallt, weil andernfalls 40 DM Strafe drohten? Oder wollten wir uns selbst schützen? Ich weiß es nicht. Die meisten Regeln haben durchaus ihren Sinn, auch wenn die Straßenverkehrsordnung manchmal unlogisch erscheint. Die Gurtpflicht dient zu meinem Besten: Ohne Sicherheitsgurt würde ich im Falle eines Falles meinem Airbag sehr nahe kommen und erst recht verletzt werden!

Vor Tausenden von Jahren hat Gott den Menschen ebenfalls überlebenswichtige Verhaltensregeln gegeben. Gebote, die unseren Umgang und unsere Beziehungen miteinander, aber auch mit Gott selbst regeln und ordnen sollten. Die wichtigsten finden wir in den Zehn Geboten. Sie schützen unser Leben, unsere Ehe, unser Eigentum und bringen uns in die Gemeinschaft mit Gott, dem himmlischen Vater. Selbst wenn sie dem einen oder anderen ziemlich eng vorkommen („Eine kleine Affäre, warum denn nicht?“): Gott hat die Regeln zu unserem Wohl gegeben und auch, um uns vor uns selbst zu schützen. Viele der Gebote in der Bibel sind dabei ganz praktisch. Im 5. Buch Mose heißt es: „Wenn du ein neues Haus baust, baue ein Geländer um das Flachdach, damit du nicht schuldig wirst, wenn jemand hinunterfällt.“

Das Problem ist nur, dass wir nicht alle Gebote halten können. Wir mühen uns ab, so gut zu sein, wie es eben geht, und ahnen doch im Stillen: Es reicht nicht! Immer wieder werden wir schuldig – und müssten ein „Bußgeld“ zahlen. Denn, um zurückzukommen auf das Flachdachhaus ohne Dachgeländer: Es ist egal, ob ich fünf Zentimeter oder fünf Meter neben dem Sprungtuch lande, in der Regel überlebt man den Absturz nicht. Deshalb hat Gott in Jesus Christus den einzigen Schuldlosen gesandt, um meine Strafe ein für alle Mal zu bezahlen. Um mich zu entschuldigen, weil ich eine Regel nicht einhalten konnte. Nur von Gottes Erbarmen lebe ich, denn ich bin noch lange nicht perfekt. Das können die „Blitzer“ auf der Autobahn bezeugen.

  

Christine Schollmeier

 

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