Kämpfe in Mogadischu eskalieren

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist äußerst besorgt über die Eskalation der Kämpfe in der somalischen Hauptstadt Mogadischu.

von / THQ

"Tausende Einwohner sind auf der Flucht und brauchen dringend Unterstützung", erklärt die Direktorin der Diakonie Katastrophenhilfe, Cornelia Füllkrug-Weitzel. Das Büro des somalischen Diakonie-Partners DBG (Daryeel Bulsho Guud) liegt in einem der am heftigsten umkämpften Viertel. "Jeden Tag stehen Vertriebene vor der Tür und bitten um Hilfe", berichtet der Leiter von DBG, Abukar Sheik Ali. Die Krankenhäuser der Stadt sind überfüllt und arbeiten am Rande ihrer Kapazität. "Am dringendsten brauchen wir Lebensmittel, eine medizinische Notversorgung und Unterkünfte für die Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten", so Abukar Sheik Ali.

Die Kämpfe zwischen rivalisierenden Clans und Interessengruppen in Mogadischu waren Anfang Mai aufgeflammt. Offiziellen Angaben zufolge kamen bereits 120 Menschen ums Leben. Seit der Vertreibung der letzten Zentralregierung 1992 gibt es in Somalia keinen funktionierenden Staat mehr. Die kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Warlords bestimmen das Leben der Menschen. "Unter der Gewalt leiden Menschen, die von der Völkergemeinschaft schon lange aufgegeben worden sind. Für ihren Schutz und ihre Sicherheit fühlt sich kein Politiker zuständig", so Füllkrug-Weitzel. "Sie sind ihrem Schicksal überlassen, weil sich aus Gründen der eigenen Sicherheit keine UN-Organisationen und auch kaum andere ausländische Organisationen in das Land wagen." Die Diakonie Katastrophenhilfe hatte während der großen Hungersnot 1992 in Mogadischu ein Projektbüro eröffnet, das seit Anfang 2004 eine eigenständige somalische Organisation ist. Durch strikte Neutralität hat sich DBG den Ruf eines zuverlässigen, unabhängigen Partners erworben. Alle somalischen Clans sind in der Organisation vertreten, die in Mogadischu und in den ländlichen Regionen am Shabelle-Fluss zahlreiche Hilfsprogramme durchführt. Die Hilfe leistet so auch einen Beitrag zur Versöhnung und Zusammenarbeit über die Fronten hinweg.

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