Jahresrückblick in Litauen

von / Litauen (Išganymo Armija)

Mache dich auf und werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir!
Jes. 60,1

Mit dieser ermutigenden Aufforderung, gekoppelt mit einer wunderbaren Zusage, möchte ich Sie ganz herzlich grüßen. In dieser Weihnachtszeit, die so ganz anders als gewohnt und geplant scheint, ist es umso wichtiger, Licht wahrzunehmen und weiterzugeben. Jesus selbst, das Licht der Welt, will unser Leben gerade Angesichts mancher Schwierigkeiten ganz neu erhellen und uns als Boten seiner Liebe gebrauchen. Auf viele liebgewonnene Traditionen müssen wir in diesen Tagen vielleicht verzichten. Ich wünsche uns allen, dass wir uns gerade in diesem Jahr besonders über den Ursprung des Festes ganz neu freuen können. Jesus wird in eine dunkle Welt hineingeboren um denen, die in Finsternis und Schatten des Todes sitzen, Licht zu sein und unsere Füße auf den Weg des Friedens zu lenken (nach Lukas 1,78–79). Licht bezwingt immer die Finsternis, deshalb ist es so wichtig, dass wir uns ihm öffnen.

Im Jahr 2020 haben wir gelernt, schnell umzuplanen, Neues zu wagen und die Krise als Chance zu sehen. Nach dem ersten Schrecken über abzusagende Programme entstanden immer mehr neue Ideen, wie wir trotz der Umstände mit Menschen in Kontakt bleiben können und sie mit Mut machenden Inhalten aus Gottes Wort durch die schwere Zeit begleiten können. Das Internet bzw. unsere Programmangebote über Facebook oder YouTube haben wir auch als große neue Chance erleben dürfen, Menschen zu erreichen, die aus den verschiedensten Gründen nicht an Veranstaltungen teilnehmen können (Arbeitszeiten, Gesundheitszustand, Wohnort, Scheu etc.). Die Briefe an die Kinder des Kinderclubs wurden auch von Eltern gelesen, unsre Seniorinnen freuten sich riesig, endlich wieder Briefe im Briefkasten zu finden etc.

Ganz herzlich möchten wir allen Freunden, Betern, Spendern und sonstigen Unterstützern danken, die unseren Dienst erst mögliche machen. Möge Gott Sie reich segnen und Ihnen Gesundheit, tiefen Frieden und echte Weihnachtsfreude schenken!

Unser Kinderprogramm fand zu Jahresbeginn sowie im Sommer und Herbst vor Ort statt. Die Ausflugstage im Juni und Juli erfreuten sich besonderer Beliebtheit. Von Spaß am Meer bis zu Museumsbesuchen war Allerhand geboten. Während der Lockdowns halfen und helfen uns Briefe, aufgezeichnete Kinderstunden sowie Zoom Begegnungen in Kontakt zu bleiben.

Der sich neu formierende Teenie-Club fand ebenfalls teilweise im Heilsarmeezentrum und teilweise online statt. Interessant ist, dass es online möglich war eine größere Gruppe mit einzubeziehen.

Unsere Babysong-Gruppe ist die einzige Aktivität, die seit März nicht mehr stattfinden kann. Dies bedauern wir sehr. Nach der Coronazeit planen wir, eine neue Gruppe zu beginnen.

Frauenabende. Nach einer längeren Unterbrechung war der Besuch der bekannten und beeindruckenden Regisseurin Dalia Kancleryte ein besonderes Highlight. Nach der Präsentation ihres Filmes „Ich möchte leben“ über eine Krebspatientin und dem persönlichen Zeugnis der Referentin gab es gute Gespräche. Während der Lockdown Zeiten erhalten die Frauen wöchentliche SMS-Nachrichten zur Ermutigung. Ende Dezember wird der erste Frauenabend mit Hilfe der Zoom Plattform durchgeführt werden. Die deutschprachigen Bibelstundenfrauen werden von Annegret Gollmer regelmäßig kontaktiert und wenn möglich auch besucht.

Unsere Sozialarbeit wurde in diesem Jahr weitgehendst „to go“. Derzeit finden Kontakte vornehmend vor der Türe statt, wo wir zu vereinbarten Zeiten Kleidung, Lebensmittel und Informationen weitergeben. Sehr gut ist, dass die allermeisten Obdachlosen in der städtischen Notunterkunft ein Quarantänezuhause gefunden haben und somit sehr gut betreut sind.

Während der Lockdown-Zeiten unterstützen wir die Lebenmittelbank einmal wöchentlich durch Fahrdienste und mit unsren Thermo-Containern, mit denen Suppe zu den Notunterkünften gebracht werden.

Nebenbei reagieren wir auf „Notrufe“, z. B. wenn ehemalige Müllbergbewohner medizinische Versorgung brauchen oder nicht den online Registrierungen bei Behörden klarkommen.

Zeitweilig war die Öffnung des Second-Hand-Shop (bis zu 5 Kunden gleichzeitig) die einzige Möglichkeit, mit Menschen in unseren Räumen direkt in Kontakt zu kommen. Als zwischenzeitlich unsere Versorgung mit Warennachschub aus Schweden lahmgelegt war, halfen uns die Kollegen aus Dresden mit einer großartigen Lieferung aus. So erfüllt unser Verkauf weiterhin zumindest in reduzierter Form seine Ziele:

  1. Günstige Einkaufsmöglichkeiten für Personen mit geringem Einkommen
  2. Finanzielle Unterstützung für unsere Arbeit
  3. 3. Kontakte zu Menschen

Ökumenische Veranstaltungen

Im Jahr 2020 waren wir wieder bei einigen ökumenischen Veranstaltungen präsent.
Besonders die Einladung zur Einführungsmesse des neuen katholischen Bischofs Algirdas Jurevičius sowie zum anschließenden Empfang war eine schöne Gelegenheit unsere Einheit in Christus zum Ausdruck zu bringen.

Unser langjähriger Wunsch, pädagogische Seminare für Eltern anzubieten, konnte in diesem Jahr endlich angegangen werden. Zunächst in unseren Räumen, ab Herbst dann über Zoom. Letztere Variante erwies sich als sehr erfolgreich – mit bis zu 79 Teilnehmern von denen die meisten den ersten Kontakt zur Heilsarmee hatten.

Unsre Sonntagsgottesdienste kann man seit März online verfolgen – zu Lockdown Zeiten als Liveübertragung über Facebook, zu Zeiten der Präsenzgottesdienste werden Aufzeichnungen ins Netz gestellt. Wir freuen uns auf die Zeit, wenn wir alle Online-Kontakte zu einem Begegnungsfest vor Ort einladen können! Unsere „Etwas andere Sonntage“ kamen leider Corona bedingt etwas zu kurz. Bei einem „Domino-Sonntag“ in diesem Rahmen hatten wir jedoch zahlreiche Besucher, die zum ersten Mal den Weg in unseren Saal fanden.

Im Namen des gesamten Teams wünsche ich Ihnen ein Weihnachtsfest, das alle Erwartungen übertrifft!

Neu Erfahrungen mit Gottes Kraft und dem übernatürlichen Frieden, den nur ER schenken kann – inmitten aller nur denkbaren Umstände! Kommen Sie gesund und bewahrt ins neue Jahr!

Susanne Kettler-Riutkenen, Majorin
Leiterin der Heilsarmee in Litauen (IŠGANYMO ARMIJA)
Korps Klaipėda

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