Infektion durch Gideon-Bibeln?

von / THQ

In Großbritannien haben drei Universitätskliniken das Auslegen von Bibeln in Krankenzimmern in Frage gestellt. Dortige ärzte schlossen nicht aus, dass gegen Antibiotika resistente Bakterien über die Heilige Schrift von Patient zu Patient übertragen würden. Der deutsche Zweig des Internationalen Gideonbundes hält den darüber entbrannten Streit für absurd. "Wenn Papier ein Überträger von Krankheitskeimen wäre, dann hätten schon längst alle Prospekte und Zeitschriften aus Arztpraxen und Krankenhäusern entfernt werden müssen", sagte Geschäftsführer Johannes Wendel. Der nach dem alttestamentlichen Richter Gideon benannte Bund sorgt dafür, dass Bibeln u. a. auch in Hotels, Altenheimen, Kasernen und Gefängnissen bereitliegen.

Wendel vermutet, dass Vorbehalte gegenüber der christlichen Botschaft hinter dem Streit stehen. In Deutschland habe bisher nur ein Krankenhaus in Gera das Auslegen von Bibeln aus hygienischen Gründen abgelehnt. In der Regel befänden sich die Gideonbibeln auf Wandregalen, in speziellen Halterungen oder in Nachtschränkchen. Wendel zufolge legt der Gideonbund in Deutschland jährlich rund 50 000 Großdruck-Ausgaben aus. Die Zentrale erhalte viele Anfragen von Patienten, die ein eigenes Exemplar wünschten. Mitglieder des Bundes sorgten dann für die persönliche Übergabe.

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