von Alfred Preuß Geistliches Leben

Ich werde langsam alt!

Die Geschichte, die ich Ihnen jetzt erzählen möchte, ist über 50 Jahre alt. Als 17-Jähriger kamen bei mir einige Fragen auf: Wer bin ich, was soll aus meinem Leben werden und wo gehe ich hin? Auf all diese Fragen wusste ich keine rechte Antwort. Besonders die Frage „Wo gehe ich hin?“ ließ mir keine Ruhe. Was geschieht mit mir nach dem Tod? Ist mit meiner Beerdigung alles erledigt? Eines wusste ich aber ganz genau: Wenn an der Sache mit Gott etwas dran ist und es ein ewiges Leben gibt, werde ich nicht dabei sein.

Als ich einige Jugendliche wieder traf, mit denen ich früher zusammen die Schulbank gedrückt hatte, fing ich an, meine Fragen laut zu stellen und Antworten zu bekommen. Diese jungen Leute waren Christen und meine Fragen bezogen sich auf Gott. Wo sonst sollte ich Antworten bekommen? Sie gaben mir den Rat, mit Gott ins Gespräch zu kommen und ihn in mein Leben einzuladen. Ich wusste nicht, wie man das macht, und stellte immer weiter meine Fragen. „Du musst Gott einfach bitten, in dein Herz zu kommen!“, war ihre schlichte Antwort. Also verkroch ich mich wieder einmal unter meine Bettdecke, um zu beten, doch meine Gebete gingen auch diesmal nicht weiter als bis zur Decke. Was machte ich nur falsch? Erst als ich meine Sünde vor Gott erkannte und um Vergebung bat, konnte ich Gott den ersten Platz in meinem Leben – in meinem Herzen – geben.

In der Adventszeit kommt mir immer wieder diese entscheidende Wende in meinem Leben in den Sinn. Georg Weissel (1590-1635) lebte als Pfarrer in Königsberg (Ostpreußen). Da mein Vater auch aus Königsberg stammt und ich meinem Namen (Preuß) somit durchaus gerecht werde, liegt mir viel an allem, was aus dieser Gegend kommt. Georg Weissel schrieb, einige Jahrhunderte vor meiner Zeit, eines der bekanntesten Adventslieder: „Macht hoch die Tür …“

Seine Bitte im vierten Vers stimmt mit meiner Erfahrung von damals überein:

„Komm, o mein Heiland Jesus Christ, meins Herzens Tür dir offen ist!
Ach zieh mit deiner Gnade ein, dein Freundlichkeit auch uns erschein.
Dein Heilger Geist uns führ und leit den Weg zur ewgen Seligkeit.
Dem Namen dein, o Herr, sei ewig Preis und Ehr!“

Jesus ist in mein Herz und Leben eingezogen. Ich lebe von seiner Gnade, das heißt von unverdienten Geschenken. Ich spüre immer wieder seine Freundlichkeit und empfinde gerade in vielen Alltagssituationen die Führung des Heiligen Geistes.

Advent heißt ja Ankunft. Das bedeutet, dass wir auf das Kommen Jesu warten. Eines Tages wird er für alle Menschen sichtbar erscheinen. Auf diesen großen Advent freue ich mich und singe bis dahin immer wieder gerne: „Macht hoch die Tür …

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