von Sozialwerk Nürnberg

Hilfsgütertransport an die Grenze

Die Heilsarmee in Franken liefert Hilfsgüter in die Ukraine

Die zwei Transporter des Sozialwerks Nürnberg werden mit den Hilfsgütern beladen.

Zwei Transporter des Sozialwerks Nürnberg der Heilsarmee nähern sich in Polen der ukrainischen Grenze. Die Wagen sind vollbeladen mit Decken, haltbaren Lebensmitteln und Verbandsmaterial, die das ukrainische Korps in Lwiw erhalten soll. Damit unterstützt die Heilsarmee die Menschen, die unmittelbar von dem Krieg betroffen sind. Eigentlich sollen die Sachen in der neutralen Zone übergeben werden. Doch diese wurde aufgelöst. Als Heilsarmeekandidat Florian Lazarevic und seine Begleiter Tilo Schröder, Latoya Hood, Erik Will und Kapitän Matthew Beatty vom International Emergency Services der Internationalen Heilsarmee an die Grenze kommen, ist die Enttäuschung groß. Durch die Auflösung der neutralen Zone ist kein Übergang mehr möglich. Eine Überfahrt auf die ukrainische Seite und wieder zurück nach Polen ist mit einem Reisepass und den entsprechenden Dokumenten zwar möglich, doch die Warteschlangen im Transitraum sind sehr lang und dieser Prozess kann noch Stunden oder sogar Tage in Anspruch nehmen. Diese Zeit kann sich das Team allerdings nicht nehmen, da die ukrainischen Kammeraden auf der anderen Seite der Grenze bereits warten.

Das Team: Erik Will, Kapitän Matthew Beatty, Tilo Schröder, Latoya Hood und Florian Lazarevic (hinter der Kamera)

Von der Idee bis zum Grenzübergang

Bei der Unternehmung handelte es sich ursprünglich um ein Vorhaben von Tilo Schröder, ein Mitarbeiter des Sozialwerks Nürnberg. Gemeinsam mit seiner Freundin sammelte er Spenden und wollte diese in die Ukraine bringen. Er fragte das Korps Nürnberg und Fürth um Hilfe, da er seinen Kontakt an der Grenze nicht mehr erreichte. Das Korps schickte noch am selben Tag eine Anfrage an die Majore Camilla und Steven Thomas nach Polen, ob bestimmte Dinge von Nöten seien. Die Antwort kam von Kapitän Matthew Beatty, der dem Team um Florian Lazarevic die Wichtigkeit eines Transports in die neutrale Zone am Grenzübergang Medyka/Schehyni schilderte und erklärte, welche Güter in Lwiw von Nöten sind.

In der Nacht vom 25. auf den 26. März machte sich das vierköpfige Team in zwei Transporter des Sozialwerks Nürnberg auf die Reise zur polnisch, ukrainischen Grenze. Mit der Absicht sich dort innerhalb der neutralen Zone mit einem Team aus Lwiw zu treffen. Auf dem Weg hat der Konvoi am Korps Rzeszow, Polen Halt gemacht, um Kapitän Matthew Beatty einzusammeln, der den Einsatz koordinierte.

Serj Nica, Leiter des Korps Lwiw, und sein Team mit den ersehnten Hilfsgütern aus Nürnberg.

„Gott half uns und wandte alles zum Besten."

An der Grenze ist dann erstmal Halt für das Team. Doch eine Lösung lässt nicht lange auf sich warten. „Gott half uns und wandte alles zum Besten," erklärt Florian Lazarevic, „Wir haben vor Ort an der Grenze deutsche Hilfstransporte von Privatpersonen und offiziellen Organisationen angefragt, ob die Möglichkeit besteht unsere Güter über die Grenze zu unserer Kontaktperson zu bringen - wir wurden fündig!" Also transportiert eine Gruppe von Privatpersonen aus Bochum die Waren über die Grenze zu Serj Nica, der mit 2 Transportern bereits wartet und die Waren freudig in Empfang nimmt.

Zufrieden und erschöpft kann sich das Team wieder auf den Rückweg machen. Doch ihre Motivation und Hilfsbereitschaft ist noch nicht erloschen. Es stehen weitere notwendige Hilfsgüter, wie zum Beispiel Generatoren, Kocher und medizinische Versorgung, aus, die in der Ukraine dringend gebraucht werden. Die Heilsarmee in Nürnberg und Fürth sammelt daher weiter und ist für jede Spende dankbar.

Die Lage in Lwiw

Die Lage in Lwiw wird währenddessen immer angespannter. 45 Minuten nachdem die Heilsarmee die Lieferung im Korps verstaut hat, erfolgte ein Raketenangriff auf die Stadt Korpsoffizier Serj Nica schrieb dazu an seine Kollegen in Deutschland: „Wir haben uns zwischen den Wänden im 9. Stock versteckt. In diesem Moment ertönen auch die Sirenen. Ich sehe Rauch aus dem Fenster. Aber was sollen wir tun, wir hoffen nur auf Gott. Ich danke euch für eure Gebete und Erfahrungen. Gebete sind für uns wie Balsam für unsere Herzen." Florian Lazarevic ergänzt: „Wir bitten um Gebet und Unterstützung für unsere Kameraden in der Ukraine, die in der aktuellen Lage ihren Dienst leisten und helfen."

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