Gott er­hält die Welt in Weis­heit

von Internationales Hauptquartier / International

Wenn wir zum 19. Kapitel des 2. Buchs Mose kommen, wissen wir, dass Israel befreit worden ist. Israel ist frei von der Unterdrückung der Sklaverei und ihrer Knechtschaft durch die Tyrannei des Pharaos. Angeführt von Moses überqueren die Israeliten das Rote Meer und kommen in die Wüste zum Berg Sinai. Während Israel vor dem Berg lagert, geht Mose hinauf, um Gott zu begegnen. Der Herr ruft Moses zu sich und sagt: "Wenn ihr mir nun gehorcht und den Bund haltet, den ich mit euch schließen werde, sollt ihr vor allen anderen Völkern der Erde mein besonderes Eigentum sein, denn die ganze Erde gehört mir. Ihr sollt mir ein Königreich von Priestern, ein heiliges Volk sein. Richte den Israeliten diese Worte aus" (2. Mose 19,5-6).

Gott gibt Israel eine Berufung, seine Berufung. Die Befreiung von der Unterdrückung durch den Pharao ist kein Selbstzweck. Sie ist der Beginn der Berufung Israels. Israel soll eine heilige Nation sein, ein Volk, das den Charakter Gottes verkörpert. Es soll ein einzigartiges Volk innerhalb der Nationen der Welt sein. Und Teil dieser Berufung ist, ein Königreich von Priestern zu sein. Israel wird ein Priestertum unter der Führung Aarons und seiner Söhne sein. Aber Israel als Nation ist dazu berufen, Priester für die Nationen der Welt zu sein, weil die ganze Erde Gottes ist (Vers 5). Israel ist dazu berufen, die Nationen der Welt vor diesem heiligen Gott zu vertreten. Sie sind berufen, für die Nationen zu beten und für die Nationen Fürbitte zu leisten. Und Israel ist berufen, für den Frieden der Nationen zu arbeiten, weil Gott ein Gott der unerschütterlichen Liebe und Barmherzigkeit ist.

In der kommenden Woche werden in weiten Teilen unserer Welt Gottesdienste zum Tag des Waffenstillstands stattfinden. Am 11. Tag des 11. Monats 1918 wurde zur 11. Stunde ein Friedensabkommen unterzeichnet, mit dem der Erste Weltkrieg zu Ende ging. Der Krieg, der nur kurze Zeit dauern sollte, endete mit Verlusten in Millionenhöhe. Und der Frieden, der ein Frieden für alle Zeiten hätte sein sollen, legte die Saat für einen weiteren Weltkonflikt 20 Jahre später. Unsere Welt hat sich seit jenem ersten Tag des Waffenstillstands im Jahr 1918 sehr verändert. Internationale Konflikte sind nicht mehr nur Konflikte zwischen Nationen.

Unsere Welt leidet unter den Händen extremistischer Bewegungen, die oft durch den Hass auf den "Anderen" motiviert sind. Und extremistische Bewegungen setzen sich sogar innerhalb einer Nation durch und schaffen ihren eigenen Bürgerkrieg. Dennoch ist es wichtig, dass die Gottesdienste zum Tag des Waffenstillstands abgehalten werden. Es ist auch wichtig, dass die Heilsarmee bei solchen Gottesdiensten anwesend ist, wie wir es 1918 waren. Indem die Heilsarmee bei diesen Gottesdiensten auftritt, bringt sie etwas von dem zum Ausdruck, was es bedeutet, ein "Königreich der Priester" zu sein. In diesen Momenten beten wir öffentlich für den Frieden in unserer Zeit. Wir bringen die Nationen der Welt vor den Gott dieser Welt. Als ein heiliges Priestertum beten wir für den Frieden und arbeiten für den Frieden.

Das Priestertum in Israel fungierte als eine Art Mittler zwischen Israel und Gott. Es gibt Zeiten, in denen wir als Salutisten dazu berufen sind, als Vermittler für andere Menschen zu wirken. Denjenigen eine Stimme zu geben, die keine Stimme haben. Am Ende des Zweiten Weltkriegs gingen salutistische Teams nach Osteuropa, um bei der Ansiedlung von Vertriebenen zu helfen. Zu einem dieser Teams gehörte ein Offizier namens Stanley Preece, der von seiner Frau und seiner Tochter begleitet wurde. In Ostdeutschland trafen sie auf ein junges jüdisches Mädchen, das versuchte, den Weg zu ihrem Onkel in Holland zu finden. Leider hatte sie keinerlei Papiere vorzuweisen. Also ließ Stanley Preece dieses Mädchen die Heilsarmee-Uniform seiner Tochter anziehen und schmuggelte sie an der Grenzwache vorbei. Die Familie von Stanley Preece und andere Hilfsteams fungierten als Priester. Sie vermittelten zwischen den Verlassenen und ihren Familien. Sie gaben eine Stimme, wo keine zu finden war. In diesem Ausdruck des königlichen Priestertums verkörperten sie das Mitgefühl eines heiligen Gottes.

Auf verschiedene Weise demonstrieren Salutisten während dieser Pandemie, was es bedeutet, ein Königreich von Priestern, eine heilige Nation zu sein. Das Gebet des Franz von Assisi findet sich auf unseren Lippen und in unseren Herzen wieder: "Herr, mach uns zum Werkzeug deines Friedens." Zu diesem Zweck erbitten wir Gottes Segen für unseren Dienst und für die Gottesdienste zum Welttag des Waffenstillstands. Amen!

 

General Brian Peddle, Leiter der Internationalen Heilsarmee

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