"Gefängnispakete" zu Weihnachten

Wie viele Jahre zuvor wurden auch 2008 Pakete für inhaftierte Menschen in fünf Justizvollzugsanstalten zusammengestellt.

von / THQ

Hierfür wurden in einem Lebensmitteldiscounter 150 Stollen und diverses anderes bestellt, um es dann in weihnachtliche Tüten abzupacken. Viele Hände halfen mit, um die Tüten zu bestücken, in Kisten zu packen und diese dann im Sprinter des "Erik-Wickberg-Hauses" der Heilsarmee in Köln nach Bochum, Dortmund, Werl, Willich-Anrath und Remscheid zu fahren.


Bei der Fahrt zu den ersten drei Städten waren mein Mann, Major Michael Schröder, der für die Gefängnisseelsorgearbeit der Heilsarmee in Deutschland verantwortlich ist, und ich dabei. Bei strahlendem Sonnenschein machten wir uns auf den Weg, zuerst zur JVA Bochum. Nach der Anmeldung mussten wir in die Schleuse fahren und warten, bis sich die Schleuse wieder schloss. Unter der Aufsicht einer Justizvollzugsbeamtin luden wir die Tüten aus. Wir richteten Grüße an den verantwortlichen Geistlichen aus, der sich entschuldigen ließ, und mussten wieder die Schleuse hinter uns bringen.

In Dortmund empfing uns nach fast demselben Prozedere der katholische Geistliche mit den Worten: "Da sind ja die Engel der Heilsarmee!" Die Tüten wurden in Körbe verpackt und auf einen kleinen Transportwagen gestellt. Danach übergaben wir ihm Heilsarmee-Magazine, Infomaterial und Briefmarken.

Auch in Werl ging es zuerst durch eine Schleuse, dann mussten wir Handys und Personalausweise abgeben und wurden nach Waffen gefragt. "Wenn, dann nur die Liebe Gottes" war unsere Antwort und wir bekamen ein herzliches Lächeln geschenkt. Auch hier wurden die vorbereiteten Tüten gerne entgegengenommen. Für Häftlinge ohne Einkommen gibt es die Möglichkeit, sich in Listen einzutragen. Dadurch können sie zu Weihnachten doch etwas Besonderes bekommen. Auch hier wurde betont, wie sehr diese Art von Hilfe willkommen ist.

Alles dies ist nur möglich, weil Menschen der Heilsarmee Geld zur Verfügung stellen. Gerade in der vorweihnachtlichen Zeit erreichen uns auch immer wieder Briefe von einzelnen Inhaftierten, die um ein Paket bitten. Nicht alle Wünsche können wir erfüllen, aber z. B. Briefmarken, Kaffee und Stollen können wir ihnen senden und so Freude an Orte bringen, die trist und freudlos wirken.

Die Freude, die ich beim Verteilen gespürt habe, hat mich sehr berührt und ich dachte an Jesus Christus, der auch mich beauftragt hat, meinem Nächsten Gutes zu tun. Ich hoffe sehr, dass wir auch in den nächsten Jahren diese Aktion durchführen können!

Majorin Marie-Luise Schröder

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