Fromme Senioren werden gebraucht

Einer der größten unausgeschöpften Aktivposten für Kirche und Gesellschaft sind ältere Christen, die erfolgreich im Beruf waren.

von / THQ

Davon ist der emeritierte Biologieprofessor Heiko Hörnicke überzeugt, der im Netzwerk Evangelisches Seniorenforum aktiv ist. Christen im dritten Lebensabschnitt hätten Zeit, Gaben, Einfluss und Mittel, um sie im Reich Gottes zu investieren. "Aber die meisten von ihnen tun das nicht", sagt der 80-Jährige. Rentner könnten oft noch 20 bis 30 Jahre bei guter Gesundheit und meist guter finanzieller Versorgung leben. "Das sind kostbare Lebensjahre. Es lohnt sich, sie gut zu planen und zu nutzen", so Hörnicke.

Nach seinen Worten brauchen christliche Gemeinden und die Gesellschaft die Kreativität und das Engagement der älteren Christen. Besonders in der Seelsorge fehlten Menschen, die Zeit zum Zuhören haben. Auch für die Mission seien fromme Senioren wichtig. Die Mehrzahl der älteren habe die christliche Botschaft noch nicht verständlich gehört: "Viele sind noch nie Christen mit einem lebendigen Glauben begegnet. Sie sollten eine Chance haben, jetzt zum Glauben zu finden." Hörnicke plädiert dafür, die älteren mehr in die Mitte der christlichen Gemeinde zu holen, ihnen Achtung und Wertschätzung zu geben. Statt zu fragen, wie man eine wachsende Zahl von Alten betreuen könne, sollte man darüber nachdenken, "wie wir die Fülle von Weisheit, Erfahrung und Anpassungsfähigkeit recht nutzen können".

Hörnicke empfiehlt, nach dem Ende der Berufstätigkeit ein Sabbatjahr einzulegen. Es gelte, vieles loszulassen und aufzuarbeiten: "Nur mit einer bereinigten Vergangenheit kann man klar in die Zukunft gehen." Die Freiheit nach dem Berufsleben eröffne neue Möglichkeiten, etwa den Besuch einer Bibelschule. Der Ruhestand gebe Zeit, sich gründlich mit den eigenen Glaubensgrundlagen zu beschäftigen. Hörnicke fand mit 51 Jahren zum christlichen Glauben. Als 60-Jähriger ließ er sich beurlauben, um sich mit seiner Frau Christel im Gemeindeaufbau zu engagieren.

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