Flüchtlingshilfe : Seminar und Rückschau

von / THQ

Die Arbeit für und mit Flüchtlingen nimmt in Deutschland ständig zu. Daher veranstaltete die Abteilung Katastrophenhilfe am Internationalen Hauptquartier (IHQ) ein Seminar über dieses Thema. Die Leitung hatten die Koordinatorin der Internationalen Katastrophenhilfe, Majorin Alison Thompson, und Damaris Frick (Field Operations Officer). Aus logistischen Gründen wurde das Seminar einmal im Korps Berlin-Südwest (Foto) und einmal im Korps Köln-Süd abgehalten. In Berlin wirkte auch noch Jo Clark (Zone Europa, IHQ) mit. Da sie anschließend in die Ukraine weiterreisen musste, konnte sie in Köln nicht dabei sein.

Insgesamt nahmen an den beiden Veranstaltungen rund 25 Offiziere und Mitarbeiter teil, die sich in der Flüchtlingsarbeit engagieren und auch von ihrer Arbeit und ihren Angeboten berichteten. Im Seminar ging es unter anderem um diese Fragen: Wie definiert man den Begriff Flüchtling? Was sind die grundlegenden Menschenrechte? Wie sollten wir angesichts der aktuellen Krise reagieren? Machen wir uns schuldig, wenn wir die Flüchtlinge als „Krise“ behandeln und nicht als einzelne Menschen, die Hilfe brauchen? Glauben wir, dass jeder von ihnen eine einzigartige Geschichte zu erzählen hat?

Ein Programmpunkt beschäftigte sich mit dem Sphere-Handbuch. Das Sphere Project ist eine Initiative verschiedener humanitärer Nichtregierungsorganisationen mit dem Ziel, allgemeingültige Standards in Kernbereichen der humanitären Hilfe zu definieren. Zudem ging es um die Integration und den Schutz von Flüchtlingen, Bedarfsanalyse und die Koordinierung mit anderen Akteuren. Besonders interessant war zu sehen, welche Hilfe in Norwegen und Griechenland geleistet wurde.

Besonders herausfordernd fanden die Teilnehmer, dass sie ein Projekt für die Unterbringung von Flüchtlingen erarbeiten sollten. Das ganze Seminar war untermauert mit Gebet und Verweisen auf die Bibel. Die Teilnehmer wurden ermutigt zu fragen: Was tat Jesus und was würde er heute tun?

Philippa Smale

Rückschau

Aktivitäten der Heilsarmee in der Flüchtlingshilfe im Jahr 2015
Die Heilsarmee leistet einen wichtigen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge in Deutschland. Im Jahr 2015 entstanden an neun Standorten entsprechende Begegnungscafés, die sich steigender Besucherzahlen erfreuen. Einige Gemeinden haben spezielle Angebote für Frauen mit Kindern oder besuchen deren Unterkünfte, um Kinderbetreuung oder Babysong anzubieten. An acht Standorten gibt es Deutschunterricht, und in drei Städten werden die Betroffenen durch die Ausgabe von Möbeln bzw. durch Hilfe bei der Wohnungsausstattung unterstützt. An fünf Orten konnten Familien, Einzelpersonen und unbegleitete Minderjährige in Wohnungen untergebracht werden. Die Korpsangebote, wie Kleider-, Lebensmittel- und Essenausgaben, wurden stark von Flüchtlingen nachgefragt und machten zusätzliche Öffnungszeiten notwendig.

Auch Gottesdienste und Bibelkreise wurden vermehrt von ihnen besucht. Die Aufzählung ist keinesfalls vollständig, und bereits zu Beginn des Jahres 2016 sind weitere Angebote hinzugekommen.

Heike Voigt, Abteilung Programm

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