von Kommunikation THQ

Festliche Ordinationsfeier in Kassel

Strahlendes Wetter, strahlende Gesichter: Bei der Ordination der Kadetten Lydia und Robert Beckert am 26. September hätten die Rahmenbedingungen nicht besser sein können. Rund 150 Gäste waren für die Feier nach Kassel in den „Friedenshof“ gekommen und erlebten dort eine ebenso festliche wie fröhliche Versammlung mit, die von der German Staff Band unter Leitung von Ruben Schmidt und dem Lobpreis-Team um Alexander Valerstein und Lydia Wallschläger musikalisch gestaltet wurde.

Lydia und Robert Beckert gehören der Session „Bewahrer des Bundes“ an. In ihren Zeugnissen sprachen sie von der Bedeutung, die der Name für sie hat. „Ich begegne jeden Tag Menschen, die von der Macht des Bösen beeinflusst sind“, sagte Robert Beckert. „Das äußert sich dann in Abhängigkeiten, Hoffnungslosigkeit, Okkultismus und Vielem mehr. Sobald ich mit ihnen von Jesus spreche, wird es schlagartig heller in ihrem Gesicht. Sie blühen regelrecht auf, wenn sie hören, dass Gott sie in ihrer Not sieht, wertschätzt und so sehr liebt.“ Menschen schöpften neue Hoffnung, wenn sie hörten, wie Jesus ihrer Dunkelheit mit seinem Licht entgegentritt. „Jesus ruft auch heute jeden Menschen aus der Finsternis ins Licht, hin zur Nachfolge und zur Freiheit. Jesus lebt und er hat den Weg ins Vaterhaus frei gemacht. Das ist der letzte finale Bund Gottes mit den Menschen. Jetzt hat nicht mehr die Finsternis die Herrschaft in meinem Leben, sondern Jesus Christus. Ich gebe ihm mein altes Leben und kann dafür ein Kind Gottes sein. Diesen Bund kann jeder nur durch Glauben eingehen und dieses Bündnis trage ich im Herzen. Und wir sind die Bewahrer dieses Bundes“, so Robert Beckert

Lydia Beckert schilderte, wie sie nach dem Tod ihrer Mutter vor 14 Jahren gespürt habe, dass sie ihr Leben verändern müsse. Gott habe ihr dann immer wieder den Weg gezeigt und sie unter anderem nach Deutschland und auf den Weg in die Offizierschaft geführt. Die Frage, was es bedeute, ein „Bewahrer des Bundes“ zu sein, habe sie gerade in den letzten Wochen noch einmal sehr bewegt. Schließlich habe sie eine Antwort in der Geschichte von David und Goliath gefunden: „Nach dem David Goliath besiegt hat, fragt Saul dreimal: ‚Wessen Sohn ist das?‘ Er fragt nach seiner Identität“, sagte Lydia Beckert. „Durch Jesus haben wir einen neuen Bund mit Gott und wir werden als seine Kinder angenommen. Wir dürfen in einer persönlichen Beziehung zu ihm leben. Meine Eltern sind heimgegangen. Zu wem gehöre ich? Es ist mir sehr wichtig geworden, auf diese Frage eine Antwort zu haben. Nicht nur für mich, sondern das auch weiterzugeben: Zu wem gehören wir?“ Es gehe darum, Menschen daran zu erinnern, dass sie gewollt und in den Bund mit Jesus eingeladen seien. „Du bist Teil der Familie.“ Dass sei der Auftrag, der in „Bewahrer des Bundes“ stecke.

Majore Liesl und Christopher Baldwin haben die Beckerts in den letzten zwei Jahren als Ausbildungsoffiziere auf ihre Laufbahn vorbereitet. Im Rahmen der Aussendungszeremonie bestätigten sie, dass Beide ihre Ausbildung mit großem Ernst, sehr engagiert und erfolgreich absolviert hätten. Neben dem Studium und ihren vielen praktischen Aufgaben hätten sie auch und vor allem ihre geistliche Entwicklung in den Vordergrund gestellt, ihren Alltag ganz auf Jesus ausgerichtet und sich auf den Weg der Heiligung begeben. „Wir sind überzeugt, dass sie für den Offiziersdienst bereit sind und Jesus sie gut nutzen wird“, fasste Majorin Baldwin die Einschätzung zusammen. „Wir empfehlen, sie zu ordinieren.“

Territorialkommandeur Oberst Dean Pallant nahm die Empfehlung an und ordinierte gemeinsam mit Oberstin Eirwen Pallant Lydia und Robert Beckert zu Offizieren der Heilsarmee. Beide haben nun den Rang Leutnant. Eine neue Bestallung geht mit der Ordination nicht einher, die Leutnante werden weiterhin das Korps Hannover leiten.

Im Rahmen der Versammlung wurden auch die Menschen mit einem „Silber Stern“ ausgezeichnet, die für Lydia und Robert Beckert auf ihrem geistlichen Weg besonders wichtig waren. Leutnantin Beckert hatte ihre Schwester und ihren Schwager, Kapitäne Rachael und Eric Olson, für diese Ehrung ausgewählt. Leutnant Robert Beckert zeichnete seinen Paten Arnold Kuhnert und Stefan Pflugbeil aus. Beide hätten ihn und seine Familie als Christen lebenslang unterstützt und begleitet – auch zu DDR-Zeiten in ihrer gemeinsamen Heimatstadt Chemnitz, als es keineswegs einfach war, offen als Christ zu leben.

Der zweite Teil der Versammlung stand im Zeichen der Kadetten. Kadettin Simona Döttling sprach in ihrem Zeugnis von der Veränderung, die sie im ersten Jahr ihrer Ausbildung und ihres Dienstes im Korps Wuppertal erleben durfte. Es gebe nicht den einen großen Moment der Veränderung, sondern einen Prozess. Was ihr besonders geholfen habe, sei eine kleine Alltagspraxis. „Jeden Abend notiere ich kurz, was am vergangenen Tag gut und was schlecht gelaufen ist und wie ich es beim nächsten Mal besser machen könnte.“ Diese Übung helfe sehr bei der Weiterentwicklung.

Die Ausbildung zum Heilsarmee-Offizier endet nicht automatisch mit der Bestallung und Ordination. Lernen, studieren und persönliche Weiterentwicklung sind ein lebenslanger Prozess. Leutnantin Tabea Cole, die zu ihrer Graduierung zum Bachelor in Praktischer Theologie beglückwünscht wurde, berichtete darüber wie herausfordernd es war als Mutter von drei Kindern und in ihrer Bestallung (sie leitet mit ihrem Mann das Korps Freiburg) Zeiten für Vorlesungen und persönliches Studium zu finden. Es hat sich für sie persönlich und auch für ihren Dienst als sehr bereichernd und hilfreich erwiesen.

Majorin Constanze Pfund wurde zu einem Masterabschluss beglückwünscht, konnte aber nicht persönlich anwesend sein.

Kadettin Lyudmila Myroniv war in Begleitung von Kapitän Oleg Samoilenko aus Warschau angereist. Sie hat ihre Ausbildung zur Offizierin vor einigen Wochen begonnen und wurde offiziell als Kadettin begrüßt. In ihrem Zeugnis berichtete die gebürtige Ukrainerin von ihrem Glaubensweg. Ihre Berufung habe sie schon als Kind in der damaligen Sowjetunion gespürt. Nun, viele Jahre später, könne sie ihr endlich folgen. Ihr langes Berufsleben und die Familienzeit mit ihrem Mann, drei Töchtern und inzwischen mehreren Enkeln sei zwar immer sehr schön gewesen. Dennoch habe etwas gefehlt, bevor sie dem Ruf Gottes gefolgt sei.

Oberst Dean Pallant griff die Geschichte von Lyudmila Myroniv anschließend als Beispiel dafür auf, dass der Weg in die Offizierschaft in den letzten Jahren vielfältiger geworden sei. „Es ist nie zu spät, dem Ruf Gottes zu folgen, und es gibt viele Möglichkeiten, das zu tun.“ Im Fall von Kadettin Myroniv arbeite man zum Beispiel eng mit dem Territorium Osteuropa zusammen, damit sie das theologische Studium in ihrer Muttersprache absolvieren könne. Er appellierte an jeden Einzelnen in der Gemeinde, auf den Ruf Gottes zu lauschen und auszuloten, wie man ihm folgen können. Es gebe immer einen Weg und Unterstützung von den Geschwistern in der Heilsarmee, wenn man ihn gehen wolle.

Der Festtag klang mit einem gemütlichen Kaffeetrinken und vielen Gesprächen in den Räumen des Friedenshofs aus.

 

Zurück