Erster christlicher Friedwald

Der erste christliche Friedwald Deutschlands ist auf dem Schwanberg bei Würzburg eröffnet worden.

von / THQ

Erster christlicher Friedwald: Der erste christliche Friedwald Deutschlands ist auf dem Schwanberg bei Würzburg eröffnet worden. In Friedwäldern wird die Asche von Verstorbenen an der Wurzel von Bäumen vergraben. Nach Ansicht der Landeskirche handelt es sich auf dem Schwanberg um eine "einmalige Verbindung von naturnaher Bestattung und christlicher Prägung". Durch ein großes Holzkreuz am Eingang des Friedwalds sei der Ort von christlicher Symbolik geprägt.

Seelsorglich würden Trauernde durch die Schwestern der Communität Casteller Ring begleitet, die in der Nähe des Friedwaldes ihr Zentrum haben. Im Bereich der St.-Michaelskirche wurde zudem eine Friedwaldkapelle eingerichtet. Dort soll am Todestag ein Blatt ausliegen, auf dem die Angehörigen an den Verstorbenen erinnern. Auf dem Schwanberg hat die evangelische Kirche für Bestattungen rund 300 Bäume aussuchen lassen, die in den nächsten 99 Jahren nicht abgeholzt werden dürfen.

In Deutschland gibt es bereits über 40 Friedwälder. Die Idee stammt aus der Schweiz. Viele Angehörige sehen in dieser Begräbnisform den Vorteil, dass die Grabpflege entfällt. Lediglich eine kleine Tafel mit dem Namen des Verstorbenen (oder einer Nummer zur Identifizierung) verweist auf den Begräbnisort. Verschiedene Kirchenvertreter haben sich in der Vergangenheit kritisch zu dieser neuen Grabvariante geäußert. Der evangelische Dekan Michael Höchstädter sagte, die Kirche mache sich damit zum "Türöffner für esoterische Bestattungsformen". Auch dem Direktor des Museums für Sepulkralkultur in Kassel, dem evangelischen Theologen Reiner Sörries, geht die bayerische Landeskirche mit der Einrichtung des Friedwalds auf dem Schwanberg zu weit. Seiner Ansicht nach sollte die Kirche stärker in ihre Friedhöfe investieren als in eine Grabform, die mit Esoterik, indianischen und keltischen Einflüssen sowie antiker Mythologie zu tun habe. Auch die katholische Deutsche Bischofskonferenz äußerte sich vor drei Jahren ablehnend. Inzwischen haben allerdings die Bistümer Trier und Fulda eine katholische Mitwirkung bei Friedwaldbestattungen erlaubt, wenn auf der Tafel mit dem Namen des Verstorbenen auch ein christliches Symbol angebracht werden darf.

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