Erneut Warnung vor "Alcopops"

Anhebung der Sondersteuer bei Alcopops geplant

von / THQ

Nach Angaben von Ministerin Renate Künast will die Bundesregierung auf die bei Jugendlichen beliebten "Alcopops" eine Sondersteuer von 83 Cent pro Flasche erheben. Zudem sollen die Alcopops mit dem Hinweis versehen werden, dass sie nicht an Jugendliche unter 18 Jahre verkauft werden dürfen. Die Regierung argumentiert, dass die Spirituosenindustrie mit diesen Getränken vor allem Jugendliche zum Alkoholkonsum verführen will.

Alcopops trinken sich wie Limonade, haben jedoch den Alkoholgehalt eines doppelten Schnapses. Der bittere Alkoholgeschmack von Rum, Whiskey oder Wodka wird durch Süßungsmittel und Aromen maskiert. Die Mixgetränke werden in kleinen handlichen Flaschen abgefüllt und sind derzeit der Verkaufsschlager in Getränke- und Supermärkten. Sie sind vor allem für Jugendliche eine unterschätzte Gefahr und Einstieg in die Sucht.

Ein schärferes Vorgehen gegen Alcopops hat auch der Verbraucherzentrale Bundesverband gefordert. Praktisch alle auf dem Markt erhältlichen Alcopops sind unzureichend oder unklar gekennzeichnet. In vielen Fällen gibt es Verstöße gegen gesetzliche Kennzeichnungsregeln. Außerdem werden die Altersbeschränkungen beim Verkauf nicht eingehalten, Jugendliche bekamen bei Testkäufen der Stiftung Warentest in der überwältigenden Mehrzahl problemlos alkoholische Mixgetränke verkauft, obwohl das Jugendschutzgesetz hier eindeutige Verkaufsverbote beinhaltet.

Inzwischen trinken 48 Prozent der 14 - 18-Jährigen Alcopops regelmäßig mindestens einmal im Monat, 12 Prozent bereits einmal pro Woche. Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation haben in Europa bereits 11-Jährige erste Erfahrungen mit Alkohol. Von den 14-Jährigen trinken nahezu 40 Prozent aller Jungen und 25 Prozent aller Mädchen regelmäßig Alkohol. In Deutschland gibt es etwa 250 000 alkoholabhängige beziehungsweise stark gefährdete Kinder und Jugendliche.

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