Elterngeld

Das von der Bundesregierung geplante Elterngeld sollte nicht einkommensabhängig ausbezahlt werden.

von / THQ

Sonst werden diejenigen benachteiligt, die sich schon in jungen Jahren für Kinder entscheiden, sowie die, die um des Wohles der Kinder willen auf eine außerfamiliäre berufliche Tätigkeit verzichtet haben. Das schreibt der Generalsekretär der Deutschen Evangelischen Allianz, Hartmut Steeb, in einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel. Steeb befürchtet, dass die jetzt geplante Regelung die Verschiebung des Kinderwunsches auf spätere Jahre noch stärker fördern werde. Jüngsten Plänen zufolge will die Regierungskoalition nach der Geburt eines Kindes zwölf bis vierzehn Monate lang 67 Prozent des Nettoeinkommens des Elternteils bezahlen, der für die Pflege des Kindes auf die Berufstätigkeit verzichtet (maximal 1800 Euro pro Monat). Steeb bittet nun die Kanzlerin, allen Eltern eine "gleiche Gehaltszahlung für ihre Kinder" zukommen zu lassen.

Der Generalsekretär ruft die Kanzlerin außerdem dazu auf, sich für Chancengleichheit für verschiedene Modelle familiären Lebens einzusetzen. Es dürfe nicht sein, dass "die staatlichen Subventionen noch mehr einseitig in die außerfamiliäre Betreuung fließen und jene, die sich für die Karriere "Kinder, Vollzeitmutter bzw. Vollzeitvater" entscheiden wollen, nicht das gleiche Maß an Unterstützung erfahren." Der Staat solle Familien auch dadurch stärken, dass er ihre Leistung so honoriere, wie wenn sie ihre Kinder in außerfamiliäre Obhut gäben. Frau Merkel solle der täglichen Diskriminierung des Mutter- und Vaterberufs entgegentreten. "Das ständige Gerede von der Vereinbarkeit von Familie und Beruf signalisiert, dass zum Beispiel eine Mutter mit vier Kindern keinen Beruf hat, obwohl sie doch ihrer Berufung nachgeht." Steeb stützt sich in seinem Brief auf die Thesen zur Familienpolitik, die die Deutsche Evangelische Allianz 1994 im Internationalen Jahr der Familie erarbeitet und seither verschiedentlich aktualisiert hat.

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