Der blaue Planet

Gedanken anlässlich des Weltwassertags

von Alfred Preuß / THQ

Aufnahme aus dem All vom Atlantik in der Bahamas-Region. © Nasa
Aufnahme aus dem All vom Atlantik in der Bahamas-Region. © Nasa

Jeder, der schon einmal einen Globus in der Hand hatte, wird bestätigen: Die Erde ist zu zwei Dritteln mit Wasser bedeckt. Die Astronauten sprechen vom blauen Planeten, wenn sie aus dem Weltall die Erde betrachten. Einen ähnlichen Eindruck haben Computernutzer, wenn sie über „Google Earth“ Satellitenaufnahmen der Erde betrachten.

Wasser, wo man hinsieht. Und doch haben mehr als eine Milliarde Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Nahezu die Hälfte der Weltbevölkerung hat keine sanitären Einrichtungen bzw. kein funktionierendes Abwassersystem. Viele leiden an Durchfallerkrankungen, die eine der häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren sind.

Die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung (UNCED) hat den Weltwassertag ins Leben gerufen. Er findet seit 1993 jedes Jahr am 22. März statt. Am Weltwassertag soll besonders auf die Bedeutung des Wassers, den Schutz der Wasservorkommen und deren nachhaltige Nutzung aufmerksam gemacht werden.

Wir sollten also alle Wasser sparen, das ist sicher ganz wichtig. Die Frage ist nur, wie können wir das tun? Was nützen die Spartasten an der Toilettenspülung, das Geschirrspülen von Hand oder das Benutzen eines Zahnputzbechers anstatt das Wasser beim Zähneputzen fünf Minuten laufen zu lassen? Nicht alle Maßnahmen, die augenscheinlich Wasser einsparen, sind wirklich sinnvoll. In manchen Häusern wird zu wenig „gespült“, sodass man mit viel Wasser, Aufwand und Hochdruckreiniger die verstopften Leitungen reinigen muss. Es ist erwiesen, dass man für das Abspülen der gleichen Menge Geschirr per Hand mehr Wasser und Energie verbraucht als eine Geschirrspülmaschine. Der Zahnputzbecher ist allerdings sinnvoll, ebenso das Auffangen von Regenwasser zur Bewässerung des Gartens.

Nützen unsere Sparmaßnahmen den Menschen in den Ländern, in denen es zu wenig Wasser gibt? Ich weiß es nicht. Es hat keinen Sinn, Wasser mit Tankwagen nach Afrika zu schicken. Tankschiffe voll Wasser werden in Asien keine Not lindern, auch Eisberge, die man mit großen Schleppern über den Atlantik nach Afrika bringen möchte, sind zwar eine gut gemeinte Idee, aber eben auch unrealistisch. Die Wasserprobleme lassen sich nur vor Ort lösen und, das ist die positive Nachricht, es ist möglich, die Probleme vor Ort zu lösen.

Die Heilsarmee hat schon oft vor der Herausforderung gestanden, Menschen mit Trinkwasser zu versorgen. Oft wird ja bei einer Katastrophe die ohnehin schwierige Situation verschärft. Wasser in Flaschen und Wasseraufbereitungsanlagen lindern die erste Not. Langfristige Hilfe bieten Brunnenprojekte, die von der Heilsarmee durchgeführt werden. Auch der Bau von Zisternen wird gefördert.

Dass einfache Mittel oft die effektivsten sind, beweist „SODIS“, die Abkürzung steht für Solar Water Disinfection, ein Verfahren zur Wasserentkeimung. Auf seinem Balkon in Beirut hat ein libanesischer Professor die keimtötende Wirkung der UV-A-Strahlung im Sonnenlicht entdeckt als er verschmutztes Wasser in einer PET-Flasche sechs Stunden der Sonne aussetzte. Die WHO empfiehlt SODIS als eine effektive Methode zur Wasserbehandlung auf Haushaltsebene. SODIS wird in zahlreichen Entwicklungsländern in einer steigenden Zahl von Haushalten angewendet.

Die politische Lage in Ländern, die mit Wasserknappheit zu kämpfen haben, ist auch oft ein Hindernis für die nachhaltige Versorgung der Bevölkerung mit Wasser. Wasserknappheit ist ein Problem, mit dem vorhandenen Wasser effektiv umzugehen ein anderes. Ein marokkanischer Botschafter bestätigte vor Kurzem, dass es in seinem Land bis vor einigen Jahrzehnten kaum Verständnis für Investitionen mit dem Ziel, Wasser zu speichern, gab. „Das Wasser kommt doch ohnehin vom Himmel herunter“, hätten viele gesagt.

Schauen wir einmal in die Bibel, dort steht einiges zum Thema Wasser. Allein das Wort „Wasser“ kommt 600-mal in der Bibel vor, auch schon in den ersten Versen der Bibel im Schöpfungsbericht: „Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Die Erde aber war wüst und öde, finster war es über den Wassern. Und der Geist Gottes schwebte über der Wasserfläche. Da sprach Gott: ‚Es soll Licht entstehen!‘, und es entstand Licht. Und Gott sah, dass das Licht gut war. Dann trennte er das Licht von der Finsternis. Gott nannte das Licht ‚Tag‘ und die Finsternis ‚Nacht‘. Es wurde Abend und Morgen: der erste Tag. Und Gott sprach: ‚Es soll Raum zwischen den Wassern entstehen, der die Wasser voneinander trennt.‘ Und so geschah es. Gott schuf diesen Raum, um die Wasser oberhalb und unterhalb dieses Raumes zu trennen. Und Gott nannte den Raum ‚Himmel‘. Es wurde Abend und Morgen: der zweite Tag. Und Gott sprach: ‚Die Wasser unter dem Himmel sollen sich an einem Ort sammeln, damit trockener Boden zum Vorschein kommt.‘ Und so geschah es. Gott nannte den trockenen Boden ‚Erde‘ und die Wasserfläche ‚Meer‘. Und Gott sah, dass es gut war“, 1. Mose 1,1-10 NL.

Der Weltwassertag ruft zum verantwortlichen Umgang mit dem wertvollen Wasser auf. Es ist gut, dass wir uns unserer Verantwortung bewusst werden. Sie hat schon in der Bibel ihren Ursprung, wenn Gott sagt: „Seid fruchtbar und vermehrt euch, bevölkert die Erde und nehmt sie in Besitz. Herrscht über die Fische im Meer, die Vögel in der Luft und über alle Tiere auf der Erde“, 1. Mose 1,28 NL.

Major Alfred Preuß

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