"Danke-Woche"

von / THQ

"Danke-Woche": Neunzehn Teilnehmer versammelten sich im EC-Begegnungs- und Bildungszentrum Woltersdorf, um anlässlich des 20-jährigen Jubiläums der friedlichen Revolution eine "Woche auf den Spuren der Dankbarkeit" zu erleben, die von den Majoren Ursula und Rolf Metzger organisiert und durchgeführt wurde. Schon bei der Vorstellungsrunde wurde deutlich, dass das Geschehen um die Teilung und Wiedervereinigung unseres Landes für etliche Teilnehmer eine besondere Bedeutung hatte.

Die Tage waren ausgefüllt mit vielen Besichtigungen und Begegnungen: Wir besuchten das Centrum Judaicum, die ehemalige Neue Synagoge, wurden mit Velo-Taxis zur ehemaligen Blindenwerkstatt von Otto Weidt gebracht, der durch sein mutiges Handeln blinde Juden vor der Deportation rettete. Ein ehemaliger Häftling führte uns durch das Stasi-Untersuchungsgefängnis Genslerstraße und in die Zentrale der Stasi in der Normannenstraße, wo die Büroräume des Ministers Erich Mielke noch im Original erhalten sind, und in das "Generalscafé", wo wir bei einer Tasse Kaffee Gelegenheit zu Austausch und Fragen hatten. Die Eheleute Semper aus Oranienburg erzählten in ermutigender Weise, wie sie trotz aller Erschwernisse einen gesegneten Dienst an jungen Menschen tun konnten und wie sie bei allen Widerständen erfahren durften, wie Gott immer wieder Türen aufschloss.

Außerdem begaben wir uns auf Spurensuche entlang der ehemaligen Mauer. Besonders beeindruckend war die Begegnung mit Jürgen Litfin, dem Bruder des ersten Maueropfers. Ihm ist es gelungen, einen Original-Wachturm zu erhalten. Wir stiegen hinauf und konnten den ehemaligen Todesstreifen aus der Perspektive der Grenzsoldaten sehen. Natürlich durfte auch die Dresdener Straße nicht fehlen, wo einmal das Hauptquartier der Heilsarmee stand. Ganz in der Nähe war eine Teilnehmerin aufgewachsen – Angie Fischer, die als Zeitzeugin berichtete, wie sie als kleines Kind die Mauer erlebte. Der Bürgersteig ihres Wohnhauses gehörte noch zum Westen, an der Bordsteinkante wurde die Mauer errichtet. Ein dickes Dankeschön geht an Major Reinhold Walz, der mit dem Einsatzwagen zu einer der Stationen kam, um uns mit einer kräftigen Suppe und Kaffee zu stärken. Im Reichstag empfing uns die Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau. Nach einer Gesprächsrunde erhielten wir von ihr eine Führung durch das Gebäude.

Der Inhaber eines Rewe-Marktes im Bezirk Pankow unterstützt das Begegnungscafé der Heilsarmee in der Kuglerstraße seit Jahren. Nun wurde in seinem Supermarkt in Anwesenheit von Kommandeur Horst Charlet eine Ausstellung über den Beginn der Heilsarmee im Bezirk Prenzlauerberg eröffnet.


Im Abschlussgottesdienst am Sonntag griff Kommandeur Charlet das Thema "Dankbarkeit" auf, das uns schon die ganze Woche durch kleine Texte und Gebete an den verschiedensten Orten begleitet hatte: "Dankbarkeit wird unter schwierigen Bedingungen trainiert."
mum

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