Buchempfehlung: „Sophia“ von Klaus Zeh

von / Die Heilsarmee in Deutschland

Klaus Zeh schrieb sein Buch "Sophia" um auf Menschenhandel und sexuellen Missbrauch aufmerksam zu machen.

Sophia lebt mit ihrem Vater, ihrem Bruder und ihrer Großmutter auf einem verwahrlosten Hof. Seit ihre Mutter gestorben ist, gilt es für sie und ihren Bruder Sorin, ihren größtenteils betrunkenen und wütenden Vater auszuweichen. Doch der Vater verteilt nicht nur Schläge, sondern steckt darüber hinaus auch in großer Geldnot. Sophia, die eine verletzte Eule im Schuppen versteckt, die ihre Katze mit Milch füttert und sich bei den Wutausbrüchen ihres Vaters unterm Tisch versteckt, soll die Geldsorgen tilgen. Eine Abwärtsspirale aus Gewalt, Missbrauch und den Tränen eines kleinen Mädchens beginnt.

Augen öffnen für Missstände in der Welt

Wer bisher nur von Zahlen wie „2 Millionen Kinder werden jährlich Opfer des internationalen Sexhandels“ gehört hat, wird in diesem Buch mitten in die harte Welt eines kleinen Mädchens geworfen, welche diese Zahl auf beängstigende Weise an sich selbst erleben muss. Zwar ist die Erzählung fiktiv, basiert aber auf den Schicksalen zu vieler Kinder. In seinem lebensnahen Schreibstil versetzt Klaus Zeh den Leser mitten auf den Hof der Familie und lässt ihn ohnmächtig und mit offenen Mund Sophias Geschichte mit ansehen. Doch der Leser ist nicht machtlos und kann sich jederzeit gegen diese Ungerechtigkeiten wehren. Die Heilsarmee greift den Appell des Autors auf im Kampf gegen Missbrauch und Menschenhandel. Wenn Sie sich dafür interessieren und mit den Opfern solidarisch erklären, finden Sie weitere Informationen auf unserer Homepage und auf gemeinsamgegenmenschenhandel.de.

Wir empfehlen dieses Buch nicht, weil es so schön und nett zu lesen ist, sondern weil es so schmerzhaft wichtig ist, auf diese Missstände in unserer Welt hinzuweisen, der täglich Kinder wie Sophia und Sorin zum Opfer fallen. Dazu wollen wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass in dieser Erzählung sexuelle Gewalt an Kindern angedeutet und körperliche Gewalt beschrieben wird.

Klaus Zeh

Klaus Zeh war vor seinem Debütroman „Taxi“ von 2015 Musikjournalist. Außerdem war der Vater von drei Töchtern als Schulsozialarbeiter an einer Brennpunktschule tätig. Als ihm dort eine Statistik über sexuellen Missbrauch an Kindern begegnete, traf ihn dieses Thema ins Herz und er konnte kein Stillschweigen darüber bewahren. Seitdem setzt sich der Schriftsteller, Lyriker und Musiker gegen Kinderhandel und Zwangsprostitution ein. Mit seinem Buch „Sophia“ will er so viele Menschen wie möglich erreichen und für das weltweite Problem sensibilisieren. So beschreibt er selbst das Buch als „das wichtigste meines bisherigen Schaffens“. Der Erlös aus dem Verkauf des Buchs wird folgenden drei Menschenrechtsorganisationen gespendet: Esther Ministries, Bono-Direkthilfe und KARO e.V.

Leseprobe:

„Wir machen einen Filmstar aus dir, sagte die Frau.

Das Kind errötete und hob fragend die Augen.
Was sagte die da? Einen Filmstar?
Warum Filmstar?
Sie lügt, dachte Sophia.

Der Fahrer schaute in den Rückspiegel und starrte die Frau vorwurfsvoll an.
Sie erwiderte achselzuckend seinen Blick.
Was hast du denn, schnauzte sie ihn an, sie darf doch ruhig wissen, was auf sie zukommt, dass sie etwas Besonderes erwartet.
Der Mann schüttelte verständnislos den Kopf.

Hast du schon einmal Theater gespielt, an der Schule?, fragte die Frau.
Sophia nickte.
Das ist gut, bemerkte die Frau grinsend, dann wird es ein bisschen leichter … vielleicht.
Ich möchte nach Hause, sagte Sophia, bitte.

Hast du nicht gehört, was dein Papa gesagt hat, erwiderte die Frau.
Der Fahrer zündete sich erneut eine Zigarette an und ließ wieder das Fenster ein wenig herunter.

Nach Hause wirst du wohl eine Weile nicht können, meinte die Frau, du wirst arbeiten. Und du wirst deine Arbeit gut machen, ja, wirst du das? Damit hilfst du deiner Familie.“

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