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Bibelübersetzungen unter der Lupe

Am 30. September wird der „Internationale Tag des Übersetzens“ begangen.

Die gängigen deutschsprachigen Bibelübersetzungen im Vergleich

Die Bibel ist die Grundlage des christlichen Glaubens. Kein Buch ist Christen so wesentlich, wie die Heilige Schrift. Umso wichtiger ist es, originalgetreue wie verständliche Übersetzungen zu haben. Hier folgt eine Vorstellung einiger Bibelübersetzungen.

Luther

Die Luther-Übersetzung ist stark verbreitet und beliebt. Sie beruht auf solider Schriftauslegung. Obwohl sich Luther vehement für den heute als „kommunikativ" bekannten Übersetzungstyp stark gemacht hatte, ist die Übersetzung doch eher an der Bewahrung der Originalform orientiert. Der Sprachstil kann als herkömmlich, gehoben eingestuft werden. Ein Problem ist die Sprache. Sie ist für moderne Leser zum Teil äußerst schwer verständlich.

Elberfelder

Die Elberfelder Übersetzung ist im letzten Jahrhundert innerhalb der freikirchlichen Brüderbewegung entstanden. In ihrem traditionellen Sprachstil zwar eher kunstlos, wird sie aber zu Recht zu den philologisch-theologisch zuverlässigsten Übersetzungen gezählt. Die Orientierung an der Originalform schränkt auch hier die Verständlichkeit und den Textfluss ein. Wer den Originalsinn der Heiligen Schrift wirklich verstehen will, sollte auch zu verständlicheren Übersetzungen greifen.

Schlachter

Um die vorige Jahrhundertwende hat Pfarrer Franz Eugen Schlachter eine hochwertige (auch philologisch-theologisch weitgehend zuverlässige) Bibelübersetzung geschaffen, die seit der Nachkriegszeit von der Genfer Bibelgesellschaft herausgegeben wird (1951 geringfügig überarbeitet). In mancher Hinsicht lässt sie sich mit der Luther-Bibel vergleichen. Sie zielt etwas mehr auf die Originalform ab, ist trotzdem aber besser verständlich. Wegen des Sprachwandels seit der vorigen Jahrhundertwende findet sich darin allerdings immer wieder stilistisch Veraltetes. Sie wird daher gegenwärtig sprachlich aktualisiert. Seit zwei Jahren liegt bereits die überarbeitete Fassung des Neuen Testaments vor.

Menge

Hermann Menge zählte zu den führenden Spezialisten der griechischen und lateinischen Sprache in seiner Zeit (1841-1939). Seine Publikationen gelten nach wie vor als Standardwerke. Die Menge-Übersetzung (herausgegeben von der Deutschen Bibelgesellschaft) erschien zunächst 1926, dann 1949 als zweite Ausgabe. Diese ist - mehr als zehn Jahre zuvor – noch von Menge selbst bearbeitet worden. Dabei kam er zum lebendigen Glauben an Christus. Seine Übersetzung ist ein Monumentalwerk, in dem er inhaltliche Originaltreue und Verständlichkeit philologisch kompetent verbindet. Die Menge-Übersetzung berücksichtigt die grundsprachlichen Details und ist doch weit „kommunikativer" als alle bisher genannten. Der von der vorigen Jahrhundertwende geprägte (gehobene) Sprachstil ist jedoch in verschiedener Hinsicht veraltet und wird heute als umständlich empfunden. Abgesehen von diesen Stilaspekten verdient Menge die beste Note. Ein besonderer Vorzug ist sein sorgfältig durchdachtes Überschriften-System - eine hervorragende Hilfe beim Bibelstudium.

Einheitsübersetzung

1980 erschien die qualitativ beeindruckende römisch-katholische Einheitsübersetzung. In herkömmlich gehobenem, gutverständlichem Sprachstil geht sie einen Mittelweg zwischen Bewahrung der Originalform und Verständlichkeit. Sie stützt sich offensichtlich auf solide exegetische Arbeit. Leider vermitteln Einleitungen und Anmerkungen nicht nur den römisch-katholischen Standpunkt, sondern sind auch überraschend extrem bibelkritisch. Wer die Einheitsübersetzung benutzen will, sollte daher besser die Beigaben außer Acht lassen. Für Evangelische problematisch ist natürlich auch die Vermischung von kanonischen (zur Bibel gehörenden) und apokryphen (nach evangelischer Überzeugung nicht zur Bibel gehörenden) Büchern im Alten Testament.

Hoffnung für alle

Seit mehr als einem Jahrzehnt liegt eine Übersetzung des Neuen Testaments vor, die aus dem evangelikalen Lager (Brunnen-Verlag) kommt: „Hoffnung für alle". Sie formuliert sprachlich zeitgemäß und gut verständlich, wenn auch stilistisch eher schlicht. Sie übersetzt im allgemeinen freier als die Gute Nachricht-Bibel, bisweilen unnötig frei, allerdings nicht in irreführender Weise. Theologisch ist sie unbedenklich. 1996 ist die Gesamtbibel „Hoffnung für alle" erschienen. Zwar kommt diese Ausgabe in Sachen Professionalität nicht an die „Gute Nachricht-Bibel" heran (Anmerkungen und Beigaben, Umsetzen der Übersetzungsprinzipien, Stilbruch zwischen Altem [das weit mehr an der Originalform orientiert ist] und Neuem Testament). Dennoch ist sie exegetisch verantwortungsbewusst erarbeitet und theologisch zuverlässig. Als besonders gut lesbare Übersetzung - die am besten neben anderen benutzt wird - kann man sie sehr empfehlen.

Neues-Leben

- das Ergebnis einer intensiven Zusammenarbeit zwischen Theologen und Germanisten. Es war das Ziel, die verständlichste Wiedergabe des Urtextes zu garantieren. Das Team ergänzte sich durch ständige gegenseitige Überprüfung und Verbesserung. Unterstützt wurde es von Testlesern, die durch ihre kritischen Anmerkungen die Übersetzung optimierten. Das zeichnet diese neue Bibelübersetzung aus: lebensnah – lebendig – leicht verständlich – lesefreundlich – sachlich und inhaltlich zuverlässig.

In gekürzter Form entnommen aus der idea-Dokumentation „Dauerbrenner Bibel“

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