„Auch wenn wir gehen müssen, Gott bleibt hier in Siegen.“

Abschlussgottesdienst Korps Siegen

Im Abschlussgottesdienst des Korps Siegen verabschiedeten sich Sieglinde, Silvia Berger, Claudia Klingbeil und Hartmut Leisinger.
v.l.n.r. Sieglinde, Silvia Berger, Claudia Klingbeil und Hartmut Leisinger verabschiedeten sich im Rahmen eines Gottesdienstes aus Siegen.

Tränen in den Augen, aber auch Hoffnung auf neue Wege und Erfahrungen zeichneten den Abschlussgottesdienst des Korps Siegen am vergangenen Sonntagnachmittag aus. Bei der Begrüßung erklärte Leutnantin Silvia Berger, bisherige Korpsoffizierin der Heilsarmee in Siegen, dass der Fokus dieses Gottesdienstes weniger auf Abschied, denn auf Dankbarkeit gelegt werde.  Etwa zwanzig Besucher wohnten dem Gottesdienst bei. Einige kamen regelmäßig zu den Gottesdiensten, andere halfen im Begegnungscafé mit und wieder andere nahmen einen längeren Anfahrtsweg in Kauf, um sich vom Korps Siegen zu verabschieden.

„Nach so vielen Jahren geht eine Ära zu Ende, für die wir dankbar sind“, erklärte Silvia Berger und erinnerte an gemeinsame Erfahrungen und gemeisterte Herausforderungen. So wurde beispielsweise das Café Oase eröffnet, wodurch das Korps einen Ort für Begegnungen mit Menschen und mit Jesus schuf. Rückblickend beschreibt Berger diese Erfahrung mit einer Metapher: „Wir saßen mit den Schafen auf der Weide und lernten, was es heißt, einen Hirten zu haben.“ Auch wenn ihr Weg in Siegen ein Ende gefunden habe, so erwarte sie und alle anderen nun neue Aufgaben. Besonders verabschiedete sie sich von ihrer sehr treuen Helferin Sieglinde, die Silvia Berger immer zur Seite gestanden habe. „Von ihr hörte ich nie ein ‚Nein‘.“

Silvia Berger und Sieglinde leiten den Lobpreis während des Abschlussgottesdienstes.
Der Gottesdienst war gefüllt mit Lobpreis und schönen Erinnerungen der Besucher.

„Die Atmosphäre, die ich hier erleben durfte, fand ich sehr toll.“

Während des Lobpreises bekamen die Besucher die Gelegenheit, ihre Erinnerungen an das Korps Siegen zu teilen. Eine Helferin des Cafés Oase erinnerte sich, wie sie der Heilsarmee als zehnjähriges Mädchen zum ersten Mal begegnete. Die Musik auf der Straße habe sie damals sehr begeistert. Als sie dann vor ein paar Jahren von der benötigten Hilfe im Begegnungscafé erfuhr, habe sie nicht gezögert. „Die Atmosphäre, die ich hier erleben durfte, fand ich sehr toll“, beschrieb sie ihre Verbindung mit dem Korps Siegen. Eine weitere Besucherin der Gottesdienste bekundete ihre Trauer über den Verlust des Korps, den sie nun schon seit 33 Jahren als geistliche Heimat empfand. Schließlich bedankte sich auch Volkmar Klein, Bundestagsabgeordneter der CDU, für die gute Arbeit, die das Korps der Heilsarmee in und für Siegen leistete.

In ihrer anschließenden Predigt betonte Majorin Claudia Klingbeil, dass Jesus Christus immer noch als Letztes da ist und über Rückschläge, Krankheit und Tod hinausbegleitet. Sie machte den Besuchern Mut, in der Gemeinschaft miteinander und vor allem mit Jesus zu bleiben. Auch Oberstleutnant Hartmut Leisinger, Chefsekretär der Heilsarmee, ermutigte die Christen im Gemeindesaal: „Dies ist nicht der letzte Gottesdienst in Siegen, sondern nur der letzte Gottesdienst der Heilsarmee hier. Auch, wenn wir vorerst gehen müssen, Gott bleibt hier in Siegen!“

Bei der Schließung des Korps wird die Fahne der Heilsarmee eingeholt.
Silvia Berger und Hartmut Leisinger holen die Heilsarmeefahne ein.

Doch trotz der schönen Worte aller Beteiligten, konnte die Traurigkeit nicht verborgen bleiben, als Silvia Berger das Siegel an Hartmut Leisinger überreichte und sie gemeinsam die Heilsarmeefahne einholten. Zu guter Letzt erzählte Sieglinde, dass sie nun nach Wuppertal zur Heilsarmee gehe und sich für den längeren Weg ein neues Auto gekauft habe. Sie fügte hinzu: „Silvia, mein altes Auto möchte ich dir schenken, damit du mich besuchen kannst und ich dich besuchen kann!“ Bei diesen Worten der Freundschaft stahl sich den Besuchern wieder ein Lächeln ins Gesicht.

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