Allianzgebetswoche

Der Auftakt der Gebetswoche der Evangelischen Allianz stand im Zeichen der Flutkatastrophe in Südostasien.

von / THQ

Tausende Christen beteten für die Hinterbliebenen und die Helfer im Katastrophengebiet. Thema der Gebetswoche war das Vaterunser. In Deutschland, Österreich und der Schweiz trafen sich zu dem Gebetstreffen ca. 400 000 Christen aus Landes- und Freikirchen an rund 1250 Orten.

In vielen Städten beteten die Teilnehmer an öffentlichen Orten wie Rathäusern, Stadthallen und Betrieben, oder bei Gebetsspaziergängen. Dabei baten sie Gott um Segen für die Bürger. "Wir gehen mit offenen Augen durch die Straßen, lernen die Nöte der Menschen besser kennen und können dadurch intensiver beten", so eine Koordinatorin. In Hannover zogen über 50 Beter durch die Innenstadt, am Portal des Niedersächsischen Landtags beteten sie für Regierung und Opposition; in Bielefeld und Marburg versammelten sich Christen im Rathaussaal, um für Kommunalpolitiker zu beten. In Bremen war ein zentraler Gebetsabend für alle christlichen Gemeinden Höhepunkt der Gebetswoche. Die rund 600 Besucher gingen dabei buchstäblich auf die Knie, um Gott für einen geistlichen Aufbruch in der Hansestadt zu bitten. Der Direktor der Berliner Stadtmission, Hans-Georg Filker, ging in Görlitz auf den Schluss des Vaterunser ein: "Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit." Durch diese Aussage würden die menschlichen Reiche, Kräfte und Showstars relativiert.

Im Siemens-Forum Erlangen, dem Begegnungs- und Kulturzentrum des Unternehmens, kamen Christen zusammen, um u. a. ihre Dankbarkeit Gott gegenüber für die positive Wirtschaftslage zum Ausdruck zu bringen. Dass Räume bereitwillig zur Verfügung gestellt werden, ist nicht überall der Fall. So mussten sich die Beter vor den Türen der Universität treffen, da in deren Räumen zwar Vorträge zu religiösen Themen erlaubt sind, nicht jedoch Gebete und Gottesdienste.

In Neuruppin nehmen seit vielen Jahren auch Katholiken an der Gebetswoche teil. In Bonn hat die örtliche Evangelische Allianz vor dem "Bonner Loch", einem tiefgelegenen Platz, an dem sich Drogensüchtige und Obdachlose treffen, zum Mahn- und Fürbittegottesdienst gegen Abtreibungen eingeladen. Hier veranstaltet die Allianz auch einmal wöchentlich einen Gottesdienst und verteilt warme Mahlzeiten.

In Hamburg trafen sich insgesamt rund 3000 Christen zum Gebet. Pfarrer Rudolf Westerheide sagte, in Lobpreisliedern dürfe es nicht nur um ein "Gott-ist-toll-Gefühl" gehen. Der christliche Glaube könne auch in leidvolle Situationen führen, in denen man nicht mehr die Kraft zur Anbetung habe, sondern auf die Fürbitte anderer angewiesen sei.

Zwei besondere Einfälle zur Allianzgebetswoche hatte die Evangelische Allianz im schweizerischen Toggenburg. Hier wurde – als Volk von Bahnfahrenden mit dem dichtesten öffentlichen Verkehrsnetz der Welt echt schweizerisch – im fahrenden Zug gebetet. Beim "Beten im Zug", wie sich diese Aktion nannte, wurde für die an den Zugfenstern vorbeiziehenden Dörfer gebetet. Die Schweizerischen Bundesbahnen hätten auf Anfrage keine Bedenken am Vorhaben der Allianz gezeigt, solange die frommen Fahrgäste mit gültigen Bahnbilletten unterwegs seien. Die zweite außergewöhnliche Aktion war das "Beten im Netz", bei dem sich jeder auf einer von Jugendlichen der Region gestalteten Homepage, die in einem Zeitungsartikel publiziert worden war, einloggen und sich in einer Art Chat am Gebet beteiligen konnte.

Die nächste Allianzgebetswoche findet vom 8. bis zum 15. Januar 2006 statt.

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