Abschied des Chefsekretärs

"Authentisches Leben" – ein Schlagwort von heute.

von / THQ

Letztlich kann es vieles bedeuten, aber nehmen wir hier einfach "echt, unverfälscht". Echt war bei der Abschiedsversammlung für Oberstleutnants Grethe und Odd Berg im vollbesetzten Kölner Korpssaal die Trauer, dass sie Deutschland nach vier Jahren wieder verlassen müssen. Alle Vertreter der vier Divisionen, des Sozialwerks, der Jugend- und Kinderabteilung und nicht zuletzt
der Abteilung für Gesellschaft und Familie brachten zum Ausdruck, wie sehr man die unverfälschte, freundliche Art der Bergs schätzte. (Bis hin zu ihrem Widerwillen, das lockere skandinavische "Du" durch das steifere deutsche "Sie" zu ersetzen.) In Fotos und Erinnerungen ließ man die Dienste und Besuche der beiden Revue passieren, in Wort und Lied wünschte man ihnen für die weitere Zukunft den Segen des Herrn. Denn darauf kommt es an.

Authentisch bis zuletzt das Zeugnis der Oberstleutnantin und die Bibelbotschaft des Chefsekretärs: schlicht und christozentrisch – Jesus ist die Antwort! Und echt, dass der Prediger selber als Erster an der Gebetsbank kniete.

Alles authentisch also? Nicht ganz! Denn der Beitrag der Jugendabteilung, vom klavierspielenden Jugendsekretär über die Schlagzeugerin und die Musiker bis hin zum Hintergrundchor und dem hinreißenden Solisten Raphaël – alles war unecht! Oder "playback", wie man es neudeutsch sagt. Ich saß direkt in der Nähe, aber mir ist es erst nach ein paar Takten aufgefallen, dass Major Bowles nicht so gut Klavier spielen kann.


"Die ganze Welt ist eine Bühne, und alle Frauen und Männer bloße Schauspieler", meinte einst William Shakespeare. Aber wir Christen schauspielern nicht. Unser Leben muss echt sein, wie uns das Beispiel des scheidenden Chefsekretärsehepaars zeigt. - Authentisch eben.
Majorin Christine Schollmeier

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