23. Mai
Be-GEIST-ert vom Heiligen Geist
„Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (Johannes 14, 26)
Bis vor etwa 50 Jahren war es noch üblich, in Kriegsgebieten wenigstens während Weihnachten die Waffen ruhen zu lassen – um damit allen Parteien etwas Frieden erleben zu lassen.
Das ist vorbei; nicht einmal der UNO oder dem Roten Kreuz gelingt das noch. Auch das letzte Weihnachtsfest, wie die gesamten letzten Monate, waren von Krieg und schlechten Nachrichten gezeichnet.
Es gibt Vieles zu beweinen und zu beklagen. Vielleicht auch ganz persönlich in deinem Leben und Alltag. Der Vers aus Johannes 14, 26 erinnert mich daran, dass ich diese Spannungen in dieser irdischen Welt nicht alleine aushalten muss. Jesus verspricht mir und uns einen „Tröster“, einen Beistand, einen Lehrer: den Heiligen Geist, also den Geist des Gottes, der „Immanuel – Gott mit uns“ heißt.
Können wir als Christen nun in aller Ruhe und Frieden leben? Nein und Ja!
Vorerst zum Nein: Der Heilige Geist erinnert uns daran, dass Jesus ins Elend der Welt hineingeboren wurde und als elender Verbrecher am Kreuz der Römer starb, um so das Elend dieser Welt zu überwinden!
Und der Heilige Geist erinnert uns auch an die Seligpreisungen: Nicht die Reichen, Satten, Streitsüchtigen, Habgierigen, Zufriedenen, Selbstgenügsamen und Egoisten, sondern die Armen, Leidenden, Hungrigen, Verfolgten, Sanftmütigen, Barmherzigen und Friedensstifter werden von Jesus glücklich gepriesen!
Und der Heilige Geist erinnert uns auch daran, dass die ganze geplagte Schöpfung seufzt, ächzt, stöhnt und sich nach Erlösung sehnt und dass Jesus Christus diese endgültige Welterlösung bringen wird!
Wenn uns der Heilige Geist also an die Realität einer unerlösten, der Sünde verfallenen und bedrohten Welt erinnert, dann vergeht uns also jegliche sentimental-kleinbürgerliche Vorstellung von Romantik und Frieden.
Aber es gibt auch ein Ja!
Ja, wir dürfen Frieden haben, weil uns der Heilige Geist daran erinnert, dass Gott in Jesus Christus Mensch – also einer von uns! – geworden ist! Nun kann ich Gott endlich kennen lernen, denn Jesus ist das menschliche Antlitz Gottes! Wenn ich das Leben von Jesus, seine Lehre und Wirken betrachte, dann erfahre ich, dass Gott mit mir ist und wie er zu mir und für mich ist: Ich bin bei Gott geborgen!
Und der Heilige Geist tröstet uns mit den Worten von Jesus, die wir brauchen!
„In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe diese Welt bereits überwunden!“ Deshalb können Christen trotz aller Unruhe in dieser Welt, Frieden und Ruhe haben, denn sie haben eine Hoffnung!
Der Heilige Geist erinnert uns auch an das Wort von Jesus: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid im Alter, in Krankheit, schwierigen Beziehungen und Arbeitslosigkeit – ich will euch erquicken... und ihr werdet Ruhe finden für euere Seele!“
Deshalb dürfen Christen - gerade auch im Blick auf Pfingsten - getrost und getröstet in Frieden und Ruhe leben.
Wir sind nicht alleine gelassen- Gott spricht durch seinen Geist und durch sein Wort in unser Leben und unsere Situationen hinein.
Wir dürfen IHM vertrauen und uns IHM anvertrauen.
Claudia Klingbeil